Niedersächsisches Landvolk Kreisverband Rotenburg-Verden e.V.

Unsere Tradition: Die Zukunft sichern

Auf dem neusten Stand

Lokales aus dem Kreisverband

Die wichtigsten Veranstaltungen und Verbandsinformationen auf einen Blick. Informieren Sie sich über anstehenden Events sowie lokale Nachrichten aus dem Kreisverband und erhalten Sie täglich aktualisierte Informationen zu den verschiedenen Betriebszweigen von unserem Landesverband.

Aktuelles aus dem Kreisverband

03.02.2026
Landvolk verlangt Düngerechtsänderungen

Landwirte fordern stärkere Verursachergerechtigkeit

Für die niedersächsischen Landwirte ist die Zeit zur Frühjahrsdüngung ihrer Felder und Wiesen noch nicht gekommen. Die Böden sind nahezu landesweit auch in den nächsten Tagen noch mit Schnee bedeckt und zudem gefroren. Die Pflanzen auf den Äckern und das Grünland verharren in einer Vegetationsruhe. „Unseren Landwirten ist die bedarfsgerechte Nährstoffzufuhr zu ihren Kulturen wichtig, unabhängig davon, ob es über organischen oder mineralischen Dünger geschieht“, sagt Landvolkpräsident Holger Hennies. Nur durch gezielte und zeitgerechte Verwendung von organischen Düngern wie Gülle und Gärresten aus der Tierhaltung und Biogasanlagen gäbe es eine Kreislaufwirtschaft und mineralischer Dünger könne eingespart werden. Sobald der Boden wieder aufnahmefähig ist, werden die Güllefässer auf den Feldern zu sehen sein und kurzzeitig „Landluft“ verbreiten.

„Die Vorschriften des sehr detaillierten Düngerechts sind unser Rahmen, den wir dabei beachten“, verbürgt sich Hennies für seine Berufskollegen. Dazu zählten verschiedenen, kultur- und standortabhängigen Ausbringungsobergrenzen, eine betriebsbezogene Obergrenze für organische Düngemittel wie Gülle, Mist und Gärreste, sowie die der behördlichen Kontrolle dienenden Aufzeichnungs- und Meldepflichten an die Landesdüngebehörde.

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, aber auch das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg hatten aktuell geurteilt, dass bestimmte Sonderregelungen, die in behördlich ausgewiesenen Gebieten unter anderem eine noch weitergehende Reduzierung der Stickstoffdüngung unter den Bedarf der Pflanzen verlangen, wegen formaler und handwerklicher Rechtsmängel bei der Grenzziehung und Festsetzung dieser Gebiete unwirksam sind „Aus unserer Sicht sind diese „roten Gebiete“ völlig überdimensioniert und geben die heutigen Nährstoffverluste, die zu Gewässerbelastungen führen können, nicht wieder“, bezieht sich Hennies auf eine jüngere Untersuchung des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG).

Er stellt daher die Sonderregelungen und Gebietsabgrenzungen, die auch deutlich über EU-Standards hinausgehen, infrage und fordert auch mit Blick auf den notwendigen Humuserhalt und die Proteinversorgung bei der Ernährungssicherung mehr Flexibilität. „Wir verfügen über ausreichende Methoden und setzen diese auch ein, damit möglichst wenig Nährstoffverluste entstehen und die Gewässerqualität gefährden“, gibt Hennies Einblicke in die gute fachliche Praxis. Die erzielten Ergebnisse ließen sich über die alljährlichen Meldungen der Landwirte an die Düngebehörde sehr gut belegen. Das zeige auch der jährliche Nährstoffbericht des Landes. „Wir haben das größte Interesse an guter Wasserqualität für unsere Pflanzen, Tiere und uns selbst, unser Düngerecht braucht hier mehr Verursachergerechtigkeit“, betont der Landwirt.

03.02.2026
Begegnung mit Europa im Kulturgut Ehmken Hoff Dörverden

Eine Veranstaltung vom Kreisverband Verden der Europa-Union Deutschland

Der Kreisverband Verden der Europa-Union Deutschland lädt hiermit herzlich ein, zu einem Europa-Abend in der Gemeinde Dörverden am Mittwoch, den 25. Februar 2026 ab 19:00 Uhr in Kochs Hof auf dem Kulturgut Ehmken Hoff (In der Worth 11-15, 27313 Dörverden).

Die Begegnung mit Europa in unserem Alltag und der gemeinsame Austausch darüber, ist ein Schwerpunkt der Aktivitäten unseres Kreisverbandes Verden. Unter diesem Leitgedanken steht auch das folgende Programm unseres Europa-Abend in Dörverden:

Programm:

• Begrüßung und Grußwort des Bürgermeisters der Gemeinde Dörverden Alexander von Seggern
• Bildung und Ausbildung in Europa – meine Erfahrungen in Salamanca und Brüssel Rechtsanwalt und Notar Dr. Falk-Rembert von Eickstedt, Barme
• Erfolgreich in Europa und der Welt – Unternehmensgruppe Heckmann, Hülsen Geschäftsführer Henning Heckmann
• Schüleraustausch mit Spanien im europäischen Programm Erasmus+ Elena Pardo und Schülerinnen und Schüler der Aller-Weser-Oberschule Dörverden

Im Anschluss besteht Gelegenheit zum Gedankenaustausch bei Fingerfood und Getränken. Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung per Mail an Info@eu-kv-verden.de gebeten.

02.02.2026
WEBINAR "Batteriespeicher - was muss ich wissen?"

Digitale Infoveranstaltung

Batteriespeicher sind in aller Munde: Als interessante Einkommensalternative in der Landwirtschaft und insbesondere als wichtiger Baustein für Stromnetz und Strommarkt. Bei der Investition in die neue Technologie möchten wir Sie unterstützen!

Die Veranstaltung vom Landvolk Niedersachsen, der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und den Landvolk Diensten findet am 12.03.2026 von 10 bis 11 Uhr online über Teams statt.

Themen:
• Netzanschluss
• Versicherung
• Wirtschaftlichkeit
• Baugenehmigung
• Haftung
• Einspeise-, Pacht- und Mietverträge

Sie möchten selber investieren oder beratend zur Seite stehen? Dann können Sie sich HIER kostenlos bis zum 10.03.2026 anmelden.

29.01.2026
Landvolk diskutiert bei Veranstaltung von Bündnis 90/Die Grünen

Podiumsdiskussion zum Agrarstrukturgesetz

Am Freitag, 6. Februar, findet in Kirchtimke eine öffentliche Podiumsdiskussion zum Agrarstrukturgesetz statt. Der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen im Kreis Rotenburg lädt ab 18.30 Uhr in Willenbrocks Gasthaus, Hauptstraße 16, ein. Der Eintritt ist frei.

Für das Landvolk Rotenburg-Verden nimmt der Vorsitzende Christian Intemann an der Diskussion teil. Er bringt die Sicht der landwirtschaftlichen Praxis in die Debatte ein und vertritt die Interessen der Betriebe vor Ort. Mit ihm auf dem Podium diskutieren Pascal Leddin, agrarpolitischer Sprecher der Grünen im Niedersächsischen Landtag, sowie Elisabeth Böse von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL).

Das Landvolk freut sich über eine rege Teilnahme vieler Berufskolleginnen und -kollegen, um der Landwirtschaft eine hörbare Stimme zu geben.

08.01.2026
Einladung zur digitalen Fachveranstaltung auf Bezirksebene

Jetzt anmelden!

Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zur Bayerischen Landesdüngeverordnung wirft viele Fragen auf – auch für die landwirtschaftliche Praxis in Niedersachsen. Welche Auswirkungen hat die Entscheidung? Welche Rechtslage gilt für die Düngung ab 2026? Und wie geht es weiter?

Diese und weitere Fragen beantwortet Hartmut Schlepps, Experte für Umweltrecht und -politik beim Landesbauernverband Niedersachsen, in einem digitalen Fachvortrag auf Bezirksebene.

WANN: Dienstag, 27. Januar 2026

UHRZEIT: 19.30 Uhr

WO: Online über Microsoft Teams Landwirte aus dem Landvolk-Kreisverband Rotenburg-Verden sind herzlich eingeladen, an dieser Informationsveranstaltung teilzunehmen.

Anmeldung unbedingt erforderlich Bitte melden Sie sich bis Dienstag, 27. Januar 2026, 12.00 Uhr per E-Mail an: mail@landvolk-brvzev.de

Nach der Anmeldung erhalten Sie die Zugangsdaten zur Veranstaltung.

Nutzen Sie die Gelegenheit, sich aus erster Hand über die aktuelle Rechtslage zu informieren – wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

22.12.2025
Anmeldezeitraum verlängert bis zum 15.1.2026

AgrarImpulse. Wissen wächst weiter

Das Niedersächsische Landvolk, Kreisverband Rotenburg-Verden e.V., lädt am 28. Januar 2026 zum neuen Info- und Workshop-Tag „AgrarImpulse. Wissen wächst weiter“ in den Niedersachsenhof in Verden ein. Die Veranstaltung richtet sich an alle Landwirtinnen und Landwirte, die sich kompakt, verständlich und praxisnah über aktuelle Themen informieren möchten.

Statt langer Winterversammlungen gibt es diesmal einen kurzen, dichten und nützlichen Veranstaltungstag: Was hat das Landvolk im vergangenen Jahr konkret erreicht? Wo gibt es neue Möglichkeiten, Förderungen besser zu nutzen? Wie sichern Betriebe ihre Abläufe, wenn plötzlich jemand ausfällt? Und wie können Social-Media-Kanäle heute dabei helfen, Hof, Direktvermarktung oder Dienstleistungen sichtbarer zu machen?

Am Nachmittag stehen vier Workshops zur Wahl, die direkt an den betrieblichen Alltag anknüpfen:

  1. „Was tun, wenn der Betriebsleiter plötzlich ausfällt?“ – mit Praxiserfahrungen und rechtlichen Hinweisen

  2. „Das 1x1 der Förderanträge“ – verständlich erklärt, damit nichts liegen bleibt

  3. „Social Media für den eigenen Betrieb“ – einfache Strategien, die sofort umsetzbar sind

  4. „Wassermanagement in Zeiten knapper Ressourcen“ – Potenziale erkennen und Kosten im Blick behalten

Zwischen den Programmpunkten bleibt Zeit für Austausch, Rückfragen und Gespräche unter Kollegen – etwas, das viele landwirtschaftliche Familienbetriebe besonders schätzen. Natürlich ist auch für gutes Essen und eine angenehme Atmosphäre gesorgt.

Programm

• 10:00 Uhr – Ankunft & Begrüßung

• 10:30 Uhr – Infomodul: „Was hat das Landvolk in diesem Jahr für Euch getan?“

• 12:30 Uhr – Mittagspause

• 13:00 Uhr – Workshop-Phase (vier Module zur Auswahl)

• 14:00 Uhr – Gemeinsamer Abschluss

Anmeldung bis 15. Januar 2026 per E-Mail an Silke Aswald (aswald@landvolk-row-ver.de). Bitte das gewünschte Workshop-Thema gleich mit angeben.

Mit „AgrarImpulse“ schafft der Landvolk-Kreisverband ein Format, das Landwirten gezielt Wissen an die Hand gibt, das im Betriebsalltag wirklich weiterhilft. Wer seinen Betrieb gut für die kommenden Jahre aufstellen möchte, sollte diesen Termin nicht verpassen.

19.12.2025
Angepasste Öffnungszeiten zwischen den Feiertagen

Wir haben vom 24. Dezember bis einschließlich 2. Januar geschlossen

Liebe Mitglieder,

unsere Geschäftsstellen in Rotenburg und Verden sind in der Zeit vom 24. Dezember bis einschließlich 2. Januar auf Grund der Feiertage geschlossen. Ab dem 5. Januar stehen wir Euch wieder wie gewohnt zur Verfügung und freuen uns darauf, Eure Anliegen zu bearbeiten.

17.12.2025
Schluss mit der Verzögerung von echtem Wolfsmanagement!

Aktionsbündnis Aktives Wolfsmanagement fordert Beschlüsse vor Weidesaison 2026

Das Aktionsbündnis Aktives Wolfsmanagement (AAW), ein Zusammenschluss von 27 Verbänden, fordert die sofortige Einführung eines echten Wolfsmanagements in Niedersachsen und drängt damit auf eine schnelle Anpassung des Bundes- und Landesrechts an die geänderte europäische Rechtslage. Mit der seit 2025 geltenden Änderung der FFH-Richtlinie – der Wolf wurde von Anhang IV in Anhang V herabgestuft – und der offiziellen Meldung eines günstigen Erhaltungszustands der Wolfspopulation nach Brüssel sieht das Bündnis die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt, um in Niedersachsen ein umfassendes, wirksames Wolfsmanagement einzuführen.

„Der Wolf muss jetzt schnell und vollständig dem Bundesjagdrecht unterstellt und aus dem Bundesnaturschutzgesetz gestrichen werden“, betont Jörn Ehlers, Sprecher des AAW und Vize-Präsident des Landvolks Niedersachsen. Er weist außerdem auf die Dringlichkeit hin, dass alle neuen Regelungen spätestens zur Weidesaison 2026 anwendbar sein müssen.

Aus Sicht der beteiligten Verbände ist klar: Eine weitere ungehinderte Ausbreitung der Wölfe in vom Menschen dicht besiedelte, durch die landwirtschaftliche Nutzung entwickelte Kulturlandschaft, sei weder notwendig für die Erhaltung einer europäischen Wolfspopulation noch vereinbar mit Weidetierhaltung, Landschaftspflege und öffentlicher Sicherheit. Im gemeinsamen Positionspapier fordert das AAW: Besonders Regionen, in denen Zäunungen nicht möglich sind – darunter zum Beispiel Deichstandorte oder die Lüneburger Heide – müssen konsequent als dauerhafte Wolfshabitate ausgeschlossen werden.

Zum geforderten aktiven Wolfsmanagement zählt nach Ansicht des Bündnisses ein unbürokratischer Abschuss von Problemwölfen und Problemrudeln. Gina Strampe, Landesverband für landwirtschaftliche Wildhaltung Niedersachsen, ergänzt: „Es braucht ein Bestandsmanagement, um kurzfristig den Zuwachs zu begrenzen und das Ziel eines Akzeptanzbestandes zu erreichen.“ Hierfür müsse die Bejagung von Jungwölfen ermöglicht werden, um einen weiteren Populationsanstieg zu verhindern. Grundlage soll eine jährliche Populationsmodellierung sein, mit der die zulässige Entnahmequote auf Basis aktueller Daten festgelegt wird.

Einen zweiten Schwerpunkt bildet die Entlastung der Tierhalter. Schäden durch Wolfsübergriffe sollen künftig vollständig ersetzt werden – inklusive Folgekosten wie durch spätere stressbedingte Aborte entgangene Einnahmen oder Schäden durch panikbedingt ausbrechende Tiere. Ein Rechtsanspruch ohne finanzielle Deckelung sei notwendig, ebenso sollen die Anforderungen an wolfsabweisende Zäune zukünftig nicht mehr weiter gesteigert werden. Auch beim Herdenschutz sieht das Bündnis dringenden Reformbedarf: Förderprogramme müssen praxisnäher gestaltet und entbürokratisiert werden.

Das Fazit des Bündnisses ist eindeutig: „Ohne ein sofortiges, rechtssicheres und wirksames Wolfsmanagement geraten Weidetierhaltung und Kulturlandschaften in Niedersachsen weiter unter Druck“, sagt Ehlers.

Die Gemeinsame Position des Aktionsbündnis aktives Wolfsmanagement kann HIER aufgerufen werden.

16.12.2025
Afrikanische Schweinepest: Videos zur Prävention

Landvolk beteiligt sich an Präventionsfilmen für Jäger, Landwirte und Verbraucher

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) bleibt eine der größten Bedrohungen für die Schweinehaltung in Niedersachsen. Der Vizepräsident des Landvolk Niedersachsen, Jörn Ehlers, betont die Bedeutung von Prävention und Aufklärung: „Wir müssen alles tun, um eine Ausbreitung der ASP zu verhindern. Es geht um den Schutz unserer Betriebe und um das Wohl der Tiere. Dabei sind nicht nur die landwirtschaftlichen Betriebe gefragt, sondern alle, die im ländlichen Raum unterwegs sind.“

Das Virus hat in den vergangenen Jahren immer wieder große „Sprünge“ gemacht. Die landwirtschaftlichen Konsequenzen sind enorm: Neben wirtschaftlichen Verlusten für die Schweinebauern droht auch großes Tierleid. Das Landvolk setzt sich für eine noch intensivere Präventionsarbeit und eine verstärkte Zusammenarbeit aller Beteiligten ein. „Prävention ist die einzige Möglichkeit, um die Weiterverbreitung in Deutschland und den Eintrag der ASP in Niedersachsen zu verhindern. Wir dürfen nicht aufhören, auch die Bevölkerung hierfür zu sensibilisieren“, betont Ehlers.

Leider wurde das Virus der ASP immer wieder durch menschliches Verschulden in zuvor ASP-freie Länder und Gebiete eingetragen. „So konnte durch das Friedrich-Löffler-Institut nachgewiesen werden, dass die Virusvariante aus Nordrhein-Westfalen eine hohe Übereinstimmung mit ASP-Viren aus der italienischen Region Kalabrien zeigte“, erklärt Ehlers die Gefahr, die von kontaminierten, fleischhaltigen Produkten ausgehen kann, wenn diese achtlos an Raststätten oder in der Natur entsorgt werden. Ehlers appelliert an alle Verbraucher, Lebensmittel stets sachgerecht über bereitstehende Mülleimer zu entsorgen, sodass Wildschweine damit nicht in Berührung kommen können.

Das Virus bleibt in der Umwelt lange stabil und kann zum Beispiel durch Kleidung, Gegenstände, Fahrzeuge oder Schuhe übertragen werden. „Hier ist auch die Jägerschaft gefragt“, sagt Ehlers. Jäger, die in ASP-Gebieten gejagt haben, müssen Jagdkleidung oder Fahrzeuge gründlich reinigen und desinfizieren, um das ASP-Virus nicht zu verschleppen. Auch die Mitnahme von Jagdtrophäen aus ASP-Gebieten stellt ein Eintragsrisiko dar.

„Natürlich stehen auch wir Schweinehalter in der Pflicht, unsere Tierbestände vor der ASP zu schützen“, betont der Landvolk-Vizepräsident. „Wir sind aufgefordert, wirksame Biosicherheitsmaßnahmen auf unseren Betrieben umzusetzen, zu kontrollieren und zu optimieren. Das Niedersächsische Biosicherheitskonzept für schweinehaltende Betriebe, das das Landvolk gemeinsam mit der Niedersächsischen Tierseuchenkasse initiiert hat, hilft dabei diese Managementmaßnahmen umzusetzen“, empfiehlt Ehlers, der gleichzeitig Vorsitzender der Niedersächsischen Tierseuchenkasse ist.

Um Jägerinnen und Jäger, Landwirtinnen und Landwirte sowie die breite Öffentlichkeit für die Gefahren des ASP-Eintrags zu sensibilisieren, hat die Niedersächsische ASP-Sachverständigengruppe, in der auch das Landvolk vertreten ist, drei Aufklärungsvideos produziert. „Die Videos geben einfache, aber effektive Tipps, wie man den Viruseintrag verhindern und Betriebe schützen kann – vom richtigen Reinigen der Ausrüstung bis zum richtigen Verhalten beim Umgehen mit Wildtieren“, führt Ehlers aus.

Landesjägerschaft Niedersachsen, Landwirtschaftsministerium Niedersachsen sowie der Zentralverband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Niedersachsen (ZJEN) und das Landvolk haben die Videos finanziert. Sie sind HIER abrufbar.

11.12.2025
Gegenseitiger Austausch als Erfolgsfaktor

Gute Zusammenarbeit zwischen Landvolk und Veterinärbehörden

Die enge Kooperation zwischen der Landwirtschaft und den Veterinärbehörden spielt eine zentrale Rolle beim Schutz der Tiergesundheit und der Lebensmittelsicherheit. Ein eindrucksvolles Beispiel für diese erfolgreiche Zusammenarbeit ist der regelmäßige Austausch zwischen den Vertretern der Landvolkkreisverbände Rotenburg-Verden und Bremervörde-Zeven und den Fachdienstleitungen der Veterinärämter Rotenburg und Verden, Dr. Joachim Wiedner und Dr. Inis Graue. Dieser wichtige Dialog über aktuelle Herausforderungen fand kürzlich erneut auf dem Hof von Alexander von Hammerstein, Vorsitzender des Landvolkkreisverbandes Bremervörde-Zeven, statt.

Einblicke in die Tierseuchenbekämpfung

Zu Beginn des Treffens nahmen alle Beteiligten an einer Videokonferenz des Landvolks Niedersachsen teil, bei der der Ausschuss für Schwein/Veredelung und der Arbeitskreis Sauenhaltung aktuelle Themen der Schweinehaltung diskutierten. Ein zentrales Thema war der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Spanien und die Auswirkungen auf die deutschen Märkte. Spanien, als führender Schweinefleischexporteur in der EU, hat einen erheblichen Anteil am internationalen Handel mit Schweinefleisch. Besonders betroffen von einem ASP-Ausbruch sind die Exportmärkte nach China und andere asiatische Länder, die zu den wichtigsten Abnehmern gehören.

Dank eines bilateralen Abkommens zwischen Spanien und China zur Regionalisierung von ASP-Ausbrüchen konnten die Exportmöglichkeiten weitgehend erhalten bleiben. “Die schnelle Akzeptanz der Regionalisierung durch China hat uns positiv überrascht”, betont Jörn Ehlers, Vizepräsident des Landvolks und Vorsitzender des Kreisverbandes Rotenburg-Verden. Dennoch hat der ASP-Ausbruch zu erheblichen Preisrückgängen geführt, was die Situation für die Schweinehalter in Spanien erschwert. So sei der Lebendpreis der Schweine in Spanien aktuell von 1,30€ EUR/kg auf 1,10€ EUR/kg gesunken.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Aufklärung der Bevölkerung, wie durch einfache Maßnahmen wie das richtige Entsorgen von Essensresten auf Rastplätzen das Risiko einer Ausbreitung der ASP verringert werden kann.

Der Kampf gegen die Vogelgrippe

Neben der Afrikanischen Schweinepest wurde auch die Vogelgrippe als zentrales Thema erörtert. Dr. Inis Graue berichtete, dass die niedersächsische Tierseuchenkasse bereits mit Kosten in Höhe von rund 32 Millionen Euro für die betroffenen Betriebe rechnet. Besonders betroffen seien dabei die Geflügelbetriebe mit Putenhaltung gewesen. „Die Räumung der betroffenen Bestände hat gut funktioniert“, so Graue. Ein besonderes Augenmerk galt der Frage der „Ertragsausfallversicherung“, die derzeit nicht über die Tierseuchenkasse abgesichert ist.

Eine großen Herausforderungen stellt zudem die Weidehaltung von Gänsen dar. Gänse benötigen viel Platz, Zugang zu Grünfutter und offenes Wasser, was eine Aufstallung in Krisenzeiten besonders schwierig macht. Aus Sicherheitsgründen haben viele Gänsehalter daher auf eine frühere Schlachtung gesetzt. Ein Prozess, der jedoch insbesondere in der Weihnachtszeit problematisch wird, da Frischgänse zu dieser Zeit besonders gefragt sind.

Neue Wege in der Seuchenbekämpfung

Ein entscheidendes Thema, das bei diesem Treffen immer wieder zur Sprache kam, war der zeitgemäße Umgang mit Tierseuchen. So betonte Dr. Joachim Wiedner, dass die geltenden Bestimmungen strikt und gewissenhaft umgesetzt werden müssten. Gleichzeitig dürfe jedoch nicht außer Acht gelassen werden, dass durch fundierte Risikobewertungen und entsprechende Managementpläne in bestimmten Fällen ein Keulen in weiteren Ställen umgangen werden kann. Auch Graue plädierte für ein ausgewogenes, zeitgemäßes Abwägen in dieser Frage.

Fortschritte bei der Tierseuchenprävention

“Wir haben hier in Niedersachsen eine sehr gute Biosicherheit”, so Dr. Graue. Ein positives Beispiel sei der Rückgang der Blauzungenerkrankung, die dank Impfungen und strengerer Maßnahmen deutlich weniger Ausbrüche verzeichnet. „Die Impfquote liegt bei über 50 Prozent“, erläuterte Dr. graue. „Durch die natürliche Immunität ist der Schutz zusätzlich gestärkt“, ergänzte Dr. Wiedner.

Trotz dieser Fortschritte gibt es auch in anderen Bereichen noch Herausforderungen. Die zunehmende Bürokratie wird von allen Teilnehmern kritisch betrachtet. „Jedes Jahr gibt es gefühlt einen Zettel mehr“, so Alexander von Hammerstein, Vorsitzender des Landvolkkreisverbandes Bremervörde-Zeven. Auch Probleme im Bereich der Tiertransporte und der zunehmende Rückgang der Schlachtbetriebe bereitet den Landwirten Sorge.

Fazit: Ein starkes Netzwerk für die Zukunft

Die enge Zusammenarbeit zwischen den Landvolkkreisverbänden und den Veterinärbehörden hat sich als äußerst effektiv erwiesen. Durch den regelmäßigen Austausch und die gemeinsame Arbeit an Lösungen können aktuelle Herausforderungen im Bereich der Tiergesundheit und -sicherheit erfolgreich bewältigt werden. Dabei ist die kontinuierliche Weiterentwicklung von Diagnostik und Hygienemaßnahmen ebenso wichtig wie die Erarbeitung pragmatischer Lösungen. Die vorbildliche Kooperation von Landvolk und Veterinärbehörden zeigt, wie durch partnerschaftliches Handeln der Schutz von Tieren, die Sicherstellung von Lebensmittelsicherheit und die Unterstützung der landwirtschaftlichen Betriebe gleichermaßen gestärkt werden können. In Zeiten zunehmender Herausforderungen und Unsicherheiten ist ein starkes Netzwerk für die Landwirtschaft unerlässlich.

Aktuelles aus dem Landesverband

27.03.2026
Eierpreise auf Rekordniveau
Geflügel

(AMI/MEG) Auch im März waren die Eier auf dem freien Markt weiterhin sehr knapp. Die lebhafte Nachfrage und die durch die Seuchensituation beeinträchtigte Produktion trieben die Preise weiter nach oben. Seit dem Jahreswechsel stiegen die Eierpreise auf dem Spotmarkt stetig. In KW 12 dieses Jahres kosteten 100 M-Eier aus Bodenhaltung auf dem freien Markt 20,65 Euro. Im Jahr 2025 war der höchste Preis kurz vor Ostern (KW 15) 18,75 Euro. Die Lage auf dem Eiermarkt ist weiterhin angespannt. Der Spotmarkt ist fast leer. Die Ausbrüche von Aviärer Influenza und zuletzt auch von Newcastle Disease beeinträchtigten die Produktion. Bis jetzt sind wenige junge Herden eingestallt. Diese können die Lücken noch nicht auffüllen. Es konnten auch im März nicht immer alle Bestellungen vollumfänglich erfüllt werden. Wie es so kurz vor Ostern zu erwarten ist, ließ die Nachfrage der Verbraucher nach Konsumeiern nicht nach. Auch wenn immer öfter von Lücken in den Regalen des Einzelhandels berichtet wurde, standen Eier zum Backen und Färben auf dem Einkaufszettel. Die Verarbeiter suchten noch Ware zum Färben und Kochen, ab Kalenderwoche 13 ließen die Anfragen nach.

(DBV) Vor dem Hintergrund der aktuellen Seuchenausfälle bleibt der Eiermarkt unter Druck. Was das, gerade jetzt vor Ostern, für die Eier-Versorgung bedeutet und weshalb Verbraucher trotzdem keine Abstriche beim Osterfest machen müssen, wird im neuen Beitrag in
DBV exklusiv
ausführlich beleuchtet.

27.03.2026
Geflügelmarkt abwartend
Geflügel

(AMI/MEG) Im Verlauf des Monats März hat sich die Verbrauchernachfrage nach Geflügelfleisch leicht belebt. Die Grillsaison startete. Auch im März kam es zu weiteren Ausbrüchen der Aviären Influenza und zu Fällen von Newcastle Disease.

Die Schlachtereiabgabepreise für Hähnchenfilet haben sich im März stabilisiert. Teils wurden sie auch bereits angehoben. Das Interesse an Filet und an Schenkelfleisch war lebhaft. Die Hähnchenflügel gaben preislich etwas nach. Verhandlungen zwischen Schlachtereien und Mästerorganisationen führten in der zweiten Märzhälfte zu leicht höheren Auszahlungspreisen für Masthähnchen.

Angesichts der immer noch eingeschränkten deutschen Schlachtmengen kommt es bei Puten nicht zu einem Angebotsdruck am Markt. Die Nachfrage nach Putenfilet zeigte sich auf Ladenstufe Anfang des Monats noch recht verhalten. Die Schlachtereiabgabepreise blieben im März auf breiter Front stabil.

Die Althennenpreise gaben im Monatsschnitt nach, lagen aber immer noch über Vorjahrespreisniveau. Bleibt abzuwarten, wie sich der geplante Start eines bayerischen Unternehmens für Althennenschlachtungen mittelfristig auf den Markt auswirken wird.

27.03.2026
StiKo Vet empfiehlt Impfstatus jetzt zu prüfen
Geflügel

Angesichts der aktuellen Newcastle‑Ausbrüche ruft die StiKo Vet alle Halter von Hühnern und Puten dazu auf, den Impfstatus ihrer Tiere zu überprüfen und fällige Wiederholungsimpfungen umgehend vorzunehmen. Besonders Jungtiere und unvollständig immunisierte Bestände gelten als besonders gefährdet, und verzögerte Krankheitsverläufe in teilimmunen Herden können eine unerkannt fortschreitende Virusverbreitung begünstigen. Auch Kleinsthaltungen sind verpflichtet, konsequent zu impfen und Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten. In der Stellungnahme der StiKo Vet werden die verfügbaren Impfprogramme beschrieben, einschließlich der weiterhin zulässigen Abgabe von Trinkwasser-Lebendimpfstoffen an Hobbyhalter.

27.03.2026
HPAI: Aktuelle Fälle in Deutschland und USA
Geflügel

Seit Anfang März wurden in mehreren Bundesländern neue H5N1‑Fälle gemeldet. In Niedersachsen sind 80 Tiere in Gemischthaltung im Landkreis Leer, 30 Tiere im Landkreis Lüneburg und 20 Legehennen im Landkreis Friesland betroffen. In Sachsen wurde im Landkreis Mittelsachsen ein Bestand mit 2.500 Tieren in Gemischthaltung positiv getestet. Mecklenburg‑Vorpommern meldet Fälle im Zoo Stralsund, drei Schwarzhalsschwäne im Zoo Schwerin, 7.000 Puten in Wesenberg sowie neu 27 Hühner im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Schleswig‑Holstein meldet einen Nachweis im Landkreis Rendsburg‑Eckernförde und Legehennen im Landkreis Schleswig‑Flensburg. In Brandenburg sind im Landkreis Elbe‑Elster 4.800 Puten betroffen. In Bayern wurde im Landkreis Dachau ein Bestand mit unter 50 Legehennen positiv getestet. Thüringen meldet positive Legehennenbestände in Erfurt. In Sachsen‑Anhalt wurde im Landkreis Börde das Virus in einer Gemischthaltung mit Enten und Legehennen nachgewiesen. Nordrhein‑Westfalen schließlich meldet im Landkreis Warendorf einen Kleinstbestand mit unter 50 Tieren in Gemischthaltung.

Auch in den USA bleibt die Situation angespannt: Dort hat die HPAI-Welle seit 2022 bereits mehr als 200 Mio. Tiere in kommerziellen Betrieben gefordert. Zuletzt traf es zwei große Betriebe in Wisconsin, die zusammen rund 3 Mio. Legehennen verloren. Neben Legehennen sind auch Masthühner, Enten und Puten betroffen. Ein Ende der Ausbreitungswelle ist derzeit nicht absehbar.

27.03.2026
Neue Klimaschutzimpulse für die Geflügelhaltung
Geflügel

(AgE) Mit dem Klimaschutzprogramm 2026, das am Mittwoch beschlossen wurde, plant die Bundesregierung, den klimagerechten Umbau der Landwirtschaft deutlich stärker zu fördern. Besonders die Tierhaltung rückt in den Fokus, da nach 2030 ohne zusätzliche Maßnahmen keine weiteren Emissionssenkungen zu erwarten sind. Für Geflügelhalter bedeutet das: Investitionen in Emissionsminderungen, etwa bei Stallklima, Fütterung, Energietechnik oder der Behandlung von Wirtschaftsdüngern, sollen künftig stärker unterstützt werden. Vorgesehen ist unter anderem, mehr Wirtschaftsdünger zu vergären, Biogasanlagen umzurüsten und alternative Antriebe in der Landwirtschaft zu fördern. Gleichzeitig gewinnt die einzelbetriebliche Klimabilanzierung an Bedeutung, da sie verstärkt von Marktpartnern eingefordert wird.

Passend dazu hat das Netzwerk Fokus Tierwohl neue Handbücher veröffentlicht, die praxisnahe Maßnahmen zur Emissionsminderungen sowohl in der Jung- und Legehennenhaltung als auch in der Mastgeflügelhaltung bündeln. Sie bieten konkrete Ansatzpunkte, mit denen Geflügelhalter ihre Betriebe gezielt klimafreundlicher ausrichten können.

27.03.2026
Weizenkurse drehen zum Wochenbeginn ins Minus
Pflanzen

(AMI) Nach zwei Wochen Aufwärtsbewegung gaben die Weizenkurse in Paris wieder nach. Geopolitische Risiken treffen auf eine weiterhin komfortable Versorgungslage. Im Laufe der Handelswoche erholten sich die Kurse jedoch wieder.

Nach zwei Wochen fester Tendenz haben die Weizenkurse an der Pariser Terminbörse zum Ende der letzten Woche nachgegeben (-5 EUR/t binnen 3 Handelstagen). In den letzten Tagen ging es dann aber wieder aufwärts. So schloss der Fronttermin Mai am 26.03.2026 bei 205,25 EUR/t und lag damit 2 EUR/t über dem Niveau der Vorwoche. Der September-2026-Termin schloss zuletzt bei 213,25 EUR/t und verzeichnete das gleiche Wochenplus.

Die Volatilität zeigt, dass die Unsicherheit am Markt hoch bleibt. Insbesondere neue Meldungen zur Lage im Nahen Osten sorgen weiterhin für deutliche Kursschwankungen an den internationalen Weizenmärkten. Zunächst hatte die Hoffnung auf ein baldiges Ende der militärischen Auseinandersetzungen für Entlastung gesorgt, nachdem die US-Regierung dem Iran ein Angebot zur Beendigung des Konflikts unterbreitet hatte. Diese Erwartungen wurden jedoch gedämpft, als der Iran erklärte, keinen Waffenstillstand akzeptieren zu wollen. In der Folge erhielten die Weizenkurse zuletzt wieder etwas Unterstützung, zumal die Entwicklung an den internationalen Düngemittelmärkten zusätzliche Unsicherheit bringt und Risiken für die globale Versorgung bestehen.

Auf der Nachfrageseite zeigt sich der Markt derzeit verhalten. Viele Importeure agieren abwartend und verschieben Käufe angesichts der geopolitischen Unsicherheiten. Zudem bleibt die weltweite Versorgungslage komfortabel, und auch für die kommende Saison werden Überträge erwartet. Der EU-Agrarbeobachtungsdienst MARS geht in seiner ersten Schätzung für das Wirtschaftsjahr 2026/27 davon aus, dass die EU-Weichweizenerträge gegenüber dem hohen Vorjahresniveau um rund 5 % zurückgehen werden. Dennoch lägen die Erträge damit weiterhin etwa 2 % über dem langjährigen Mittel.

27.03.2026
Angebot am Brotgetreidemarkt bleibt reichlich
Pflanzen

(AMI) – Schwächere Terminmarktvorgaben, hohe Lagerbestände und fehlende Exportimpulse belasten den heimischen Brotgetreidemarkt weiter.

Der deutsche Markt für Brotgetreide präsentiert sich derzeit insgesamt schwach und ist von Zurückhaltung geprägt. Maßgeblich beeinflusst wird die Preisentwicklung durch die schwächeren Weizenkurse an der Pariser Börse sowie durch die anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten. In der Folge wurden die Erzeugerpreise für Brotgetreide in nahezu allen Regionen zurückgenommen. Qualitative Aufgelder lassen sich dabei nur noch eingeschränkt durchsetzen, und die Preisspanne zwischen Brot- und Qualitätsweizen hat sich weiter verringert.

So werden aktuell für Eliteweizen der Ernte 25 im Bundesmittel rund 177,60 (170-190) EUR/t frei Erfasserlager verlangt, das sind 6,13 EUR/t weniger als in der Vorwoche und 58,14 EUR/t weniger als vor einem Jahr. Qualitätsweizen büßt gegenüber der Vorwoche 3,36 EUR/t auf 176,00 (168-185) EUR/t ein und liegt knapp 39 EUR/t unter Vorjahreslinie. Brotweizen und Brotroggen verfehlen mit 171,60 (163-177) EUR/t bzw. 149,10 (142-160) EUR/t das Vorwochenniveau hingegen um jeweils rund 2,60 EUR/t. Auf Jahressicht verliert Brotweizen 30,30 EUR/t und Brotroggen 20,20 EUR/t an Wert.
Für Niedersächsischen B-Weizen wurde ab Hof mit durchschnittlich 177 (173-186) EUR/t etwa 1 Euro weniger gezahlt, während sich der A-Weizen im Schnitt auf Vorwochenniveau hielt.

Auch Vorkontrakte für die neue Ernte stehen bundesweit unter Druck und werden angesichts des aktuell niedrigen Preisniveaus nur vereinzelt abgeschlossen. Hier verzeichnet Qualitätsweizen mit einem Rückgang von 5,52 auf 186,95 EUR/t frei Erfasserlager das größte Wochenminus, gefolgt von Brotroggen mit einem Minus von 5,27 EUR/t auf 148,69 EUR/t. Brotweizen verbilligt sich im Mittel um 4,12 auf 178,61 EUR/t und Eliteweizen verfehlt mit 197,63 EUR/t frei Erfasserlager das Vorwochenniveau um 1,61 EUR/t.

Auf der Angebotsseite bleibt der Markt gut versorgt. Sowohl bei den Landwirten als auch im Handel befinden sich regional noch Mengen der alten Ernte in den Lagern. Der Vermarktungsdruck hält an, im Zuge der laufenden Feldarbeiten und mit Blick auf die kommende Ernte werden Lager geräumt, zudem wird aus Liquiditätsgründen verkauft. Einzelne Händler schwenken bereits verstärkt auf die neue Ernte um.

27.03.2026
Futtergetreidemarkt gerät unter Druck
Pflanzen

(AMI) Geopolitische Unsicherheiten belasten die Preise für Futtergetreide, während sich Körnermais dank lebhafter Nachfrage behauptet.

Mit dem Konflikt im Nahen Osten bleibt die Unsicherheit an den Märkten weiterhin hoch. Während die Börsennotierungen in dieser Woche nachgeben, geraten auch die Kassapreise für Futtergetreide unter Druck. Aus einzelnen Bundesländern werden allerdings teils noch stabile Futtergetreidepreise gemeldet. Insgesamt bleiben die Handelsaktivitäten verhalten. Seitens der Mischfutterhersteller wird zunächst lediglich der kurzfristige Bedarf gedeckt, da weiterhin auf eine Entspannung im Nahen Osten gehofft wird.

Während sich die negative Tendenz an den Börsen bei den übrigen Getreidearten in den Erzeugerpreisen frei Erfasserlager widerspiegelt, gilt dies für Körnermais nicht. Die Preise für Futterweizen verlieren fast 2 EUR/t und liegen bei 167 EUR/t. Gegenüber dem Vormonat ergibt sich damit jedoch noch ein Plus von 3,21 EUR/t. Futtergerste bleibt nahezu preisidentisch mit Futterweizen. Mit einem Minus von 1,41 EUR/t liegt der Durchschnittspreis der Bundesländer bei 166,62 EUR/t und damit rund 5 EUR/t über dem Vormonatsniveau. Als einzige Kultur können sich die Preise für Körnermais im Vergleich zur Vorwoche stabil halten; auf Erzeugerstufe steigt der Preis sogar leicht um 0,10 EUR/t auf 191,42 EUR/t. Für die übrigen Futtergetreidearten wie Triticale, Futterroggen und Futterhafer zeigen sich vergleichbare Preistendenzen wie bei der Futtergerste.

Auch die Großhandelspreise für Futtergerste und Futterweizen geben weiter nach. Futtergerste franko Niederlande verliert im Fronttermin 4 EUR/t und notiert bei 201 EUR/t. In Südoldenburg und Westfalen fallen die Preise jeweils um 2 EUR/t auf 202 EUR/t. Wie bereits in der Vorwoche zeigen sich die Preisabschläge bei Futterweizen erneut deutlicher. Franko Niederlande sinkt die Notierung um 5 EUR/t auf 199 EUR/t, franko Oberrhein um 6 EUR/t auf 191 EUR/t. Auch in Südoldenburg gehen die Preise um 6 EUR/t zurück und liegen bei 199 EUR/t. Franko Westfalen gibt die Notierung um 5 EUR/t auf glatte 200 EUR/t nach.

Die Entwicklung der Großhandelspreise für Körnermais entkoppelt sich hingegen von den Börsentendenzen. Gegen den allgemeinen Trend steigen die Notierungen franko Niederlande um 5 EUR/t auf 228 EUR/t. Am Niederrhein erhöht sich der Preis um 2 EUR/t auf 220 EUR/t, franko Oberrhein ebenfalls um 2 EUR/t auf 219 EUR/t. In Südoldenburg und Westfalen steigen die Preise im Gleichschritt um 5 EUR/t auf jeweils 230 EUR/t. Insgesamt zeigt sich, dass am Futtergetreidemarkt – mit Ausnahme der weiterhin lebhaften Nachfrage nach Körnermais – überwiegend nur kurzfristiger Bedarf besteht.

27.03.2026
Preisabschläge für Raps beleben Nachfrage
Pflanzen

(AMI) Raps rutscht auf allen Handelsebenen im Preis ab. Am heimischen Markt signalisierten Ölmühlen vermehrt Interesse, auf Großhandelsebene limitierte die anhaltende Volatilität die Abschlussbereitschaft.

Die Pariser Rapsnotierungen bleiben volatil und reagieren auch weiterhin sensibel auf die Entwicklungen am Rohölmarkt. Zum Wochenstart verzeichneten die Notierungen ein Minus von über 10 %, was auch EU-Raps mit nach unten zog. Nach einem regen Auf und Ab schloss der Pariser Fronttermin am 26.03.2026 aber schließlich bei 502,25 EUR/t und damit auf dem Niveau der Vorwoche. Befestigen können sich dagegen Partien der kommenden Saison. So gewann der August-26-Kontrakt auf Wochensicht 4 auf 495 EUR/t.

Im Einklang mit dem Kursrückgang seit letzter Woche geht es auch auf Großhandelsebene abwärts. So sind franko Hamburg bei unverändertem Aufgeld rund 507 EUR/t für Partien zur Lieferung ab Mai möglich, ein Minus von 3 EUR/t im Vergleich zur Vorwoche. Etwas weniger deutlich fällt dagegen die Abwärtskorrektur für Partien franko Niederrhein aus. Bei leicht angehobenem Aufgeld (+1 EUR/t) sind hier mit 517 EUR/t rund 2 EUR/t weniger im Gespräch. Für Partien der Ernte 2026 sind bis zu 498 EUR/t möglich. Nennenswerte Umsätze kommen dabei auch weiterhin nicht zustande, denn die Volatilität der Pariser Notierungen limitiert auch weiterhin den Handel. Damit bleibt der Anteil bereits vertraglich gebundener Partien der kommenden Ernte unverändert gering.

Auch auf Erzeugerebene kann das Vorwochenniveau nicht gehalten werden. Im Bundesmittel sind für Partien der Ernte 2025 rund 475,30 EUR/t im Gespräch, ein Minus von 4,40 EUR/t im Vergleich zur Vorwoche. Die jüngsten Preisabschläge haben die Nachfrage der hiesigen Ölmühlen gebietsweise belebt. Restbestände der Ernte 2025 sind in den inländischen Lägern jedoch kaum noch zu finden. In Niedersachsen verlor der Erzeugerpreis ab Hof durchschnittlich 6 EUR/t und lag somit im Mittel bei 483 (472-486) EUR/t. Vorkontrakte wurden mit durchschnittlich 465 (459-470) EUR/t angeboten und damit im Schnitt 5 EUR/t unter der Vorwoche.

Die Rapsbestände haben sich bislang gut entwickelt. Aktuell steht vor allem die Kontrolle auf Schädlingsbefall im Fokus. Mit Beginn der Blüte ist insbesondere mit einem zunehmenden Flug von Rapsglanzkäfern zu rechnen. In dieser Woche richtet sich die Aufmerksamkeit vor allem auf die höheren Lagen, wo der angekündigte Wetterumschwung Auswirkungen auf die Entwicklung der Kulturen haben könnte.