Niedersächsisches Landvolk Kreisverband Rotenburg-Verden e.V.

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Lokales aus dem Kreisverband

Die wichtigsten Veranstaltungen und Verbandsinformationen auf einen Blick. Informieren Sie sich über anstehenden Events sowie lokale Nachrichten aus dem Kreisverband und erhalten Sie täglich aktualisierte Informationen zu den verschiedenen Betriebszweigen von unserem Landesverband.

Aktuelles aus dem Kreisverband

28.08.2025
Vorbeugen statt Bekämpfen: Tiergesundheit sichern

Landvolk-Podcast zur Biosicherheit in der Tierhaltung stellt neue Konzepte vor

Biosicherheit ist mehr als ein Schlagwort – sie entscheidet über Tiergesundheit, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit. „Je besser wir vorsorgen, desto geringer sind die Schäden für Tierhalter, Verbraucher und Gesellschaft“, so das Fazit der Gäste der neuen Folge des Landvolk-Podcasts zum Projekt „tierischGut aus Niedersachsen“. Unter dem Motto „Gestalten und nicht verwalten“ rücken Dr. Ursula Gerdes, Dr. Wiebke Scheer und Manfred Tannen die gemeinsam entwickelten Konzepte in den Mittelpunkt. Hintergrund sind zunehmende Tierseuchenausbrüche in Deutschland und Europa sowie neue gesetzliche Anforderungen durch das EU-Tiergesundheitsrecht.

„Die aktuelle Seuchenlage ist so ernst wie seit 30 Jahren nicht mehr“, stellt Dr. Ursula Gerdes, Tierärztin und Geschäftsführerin der Niedersächsischen Tierseuchenkasse, fest. Neben bekannten Krankheiten wie Geflügelpest, Rinderherpes oder Tuberkulose treten zunehmend neue Erreger auf – darunter die Blauzungenkrankheit (Serotyp 3), die Afrikanische Schweinepest (ASP), das West-Nil-Fieber oder die Lumpy Skin Disease (LSD) bei Rindern. Ursachen sind vor allem Klimawandel und Globalisierung: Exotische Mückenarten sowie internationale Warenströme tragen Viren nach Europa, die dort auf Tiere treffen, die sehr schnell sehr krank werden, weil sie sich nie zuvor mit einem solchen Erreger auseinandergesetzt haben. „Die Gefahr eines Ausbruchs hochansteckender Tierseuchen ist in den vergangenen Jahren viel größer geworden“, fasst Gerdes die Ereignisse zusammen.

Die Folgen sind gravierend. Bei Ausbrüchen drohen Tierverluste, Sperrzonen und erhebliche wirtschaftliche Schäden. So beliefen sich die Kosten des ASP-Ausbruchs im Emsland zuletzt auf rund 15 Millionen Euro. „Besonders problematisch ist, dass Produkte aus Sperrzonen selbst bei nachweislich gesunden Tieren im Handel kaum Absatz finden“, sagt Dr. Wiebke Scheer, Referentin für Veterinärwesen beim Landvolk Niedersachsen. Die Biosicherheit umfasse daher alle Maßnahmen, die eine Einschleppung oder Verbreitung von Erregern verhindern. Dazu gehören beispielsweise Stallhygiene, Schutzkleidung für Besucher oder die räumliche Trennung von Wild- und Haustieren. „Das Ziel ist es, Risiken zu minimieren, auch wenn sie nie vollständig auszuschließen sind“, betont Gerdes.

Die Tierhaltung bringe Wertschöpfung und Lebensqualität in die ländlichen Bereiche, hebt Manfred Tannen, Milchviehhalter aus Ostfriesland und Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, hervor. „Für uns Landwirte geht es nicht nur um Tierwohl und Seuchenschutz, sondern auch um Ernährungssicherheit und Wirtschaftlichkeit“, verdeutlicht er. Zudem stärke eine hohe Biosicherheit das Vertrauen von Verbraucherinnen und Verbrauchern und Märkten – auch international.

Mit Inkrafttreten des neuen EU-Tiergesundheitsrechts 2021 wurden die Anforderungen an Landwirtinnen und Landwirte sowie Tierärztinnen Tierärzte zur Biosicherheit erstmalig konkretisiert. Auch Kleinst- und Hobbyhalterinnen und Halter sind demnach verpflichtet, Mindeststandards einzuhalten. Vor diesem Hintergrund hat Niedersachsen spezifische Biosicherheitskonzepte für Schweine, Geflügel und Rinder entwickelt. „Die Konzepte sind ein Produkt intensiver Zusammenarbeit“, berichtet Dr. Scheer. In Arbeitsgruppen mit Behörden, Verbänden, Wissenschaft sowie Praktikerinnen und Praktikern entstanden praxisnahe Konzepte. Neben den gesetzlichen Vorgaben enthalten diese Konzepte fachliche Empfehlungen zu den jeweiligen Risiken und für die einzelnen Tierarten, um gemeinsam mit dem Hoftierarzt einen betriebsindividuellen Biosicherheitsmanagementplan zu erstellen.

Die Niedersächsische Tierseuchenkasse finanziert seit Jahren Prophylaxeprogramme, etwa Impfungen oder Untersuchungen auf Rinderherpes. „Vorbeugung ist günstiger als Bekämpfung und vermindert Leid bei Mensch und Tier“, sagt Gerdes. Deshalb übernimmt die Behörde auch Kosten für die Biosicherheitsberatung auf den Höfen. Bereits mehr als 1.400 Managementpläne wurden erstellt und die Erfahrungen aus der Praxis fließen kontinuierlich in die Konzepte ein. „Wir nehmen gerne Anregungen auf“, sagt Tannen. So soll ein „lebendes Dokument“ entstehen, das laufend an neue Herausforderungen angepasst wird und letztlich zu einem „Tiergesundheitskonzept“ für den gesamten Hof wird. Anzuhören ist der Podcast ab sofort HIER bei Spotify.

26.08.2025
Tag des offenen Hofes 2026

Jetzt mitmachen und Landwirtschaft erlebbar machen!

Liebe Mitglieder,

am 7. Juni 2026 ist es wieder so weit: In ganz Niedersachsen öffnen im Rahmen des Tages des offenen Hofes zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe ihre Tore für die Öffentlichkeit. Auch in unserem Verbandsgebiet möchten wir erneut mit engagierten Höfen vertreten sein – und laden Sie herzlich ein, dabei zu sein!

Warum sich die Teilnahme für Sie lohnt:

• Positive Wahrnehmung schaffen: Nutzen Sie die Chance, Ihr Engagement, Ihre Arbeitsweise und die Vielfalt Ihres Betriebes einem breiten Publikum zu zeigen – authentisch, transparent und direkt vor Ort. • Dialog mit Verbraucherinnen und Verbrauchern: Immer mehr Menschen interessieren sich dafür, wie ihre Lebensmittel produziert werden. Der Tag des offenen Hofes bietet eine ideale Plattform, um ins Gespräch zu kommen, Fragen zu beantworten und Vertrauen aufzubauen. • Regionale Wertschätzung stärken: Wer seine Arbeit zeigt, wird gesehen. Ihre Teilnahme leistet einen wertvollen Beitrag zur Wertschätzung der regionalen Landwirtschaft. • Gemeinschaft erleben: Sie müssen nicht alles allein auf die Beine stellen – der Austausch mit Berufskollegen, Nachbarhöfen oder lokalen Initiativen kann den Tag zusätzlich bereichern.

Wir unterstützen Sie bei der Planung und Durchführung – von der Ideenfindung über die Öffentlichkeitsarbeit bis hin zu Fragen rund um Versicherung, Genehmigungen und Organisation. Der Landesverband steht ebenfalls mit Rat und Tat zur Seite.

Sie überlegen, ob Ihr Hof geeignet ist oder haben erste Ideen? Melden Sie sich gern bei uns! Gemeinsam entwickeln wir ein passendes Konzept, das zu Ihrem Betrieb und Ihren Möglichkeiten passt.

???? Ansprechpartnerin: Silke Aswald – aswald@landvolk-row-ver.de

Machen Sie mit – zeigen wir gemeinsam, wie vielfältig, verantwortungsbewusst und zukunftsorientiert unsere Landwirtschaft ist!

Mit freundlichen Grüßen Euer Landvolk-Team

18.08.2025
Infotag Herdenschutz

Landvolk Bezirksverband Stade lädt ein

Liebe Mitglieder,

das Herdenschutz-Beraterteam der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und der Landvolk-Bezirksverband Stade e.V. laden Sie herzlich zum Infotag Herdenschutz ein.

???? Donnerstag, 04. September 2025 ???? Beginn: 10:00 Uhr ???? Düvelshagen, 27299 Langwedel, OT Völkersen (Bitte vor Ort der Beschilderung und den Fahnen folgen)

Ziel der Veranstaltung ist es, weidetierhaltende Landwirte im Haupt- und Nebenerwerb sowie private Tierhalter über die Möglichkeiten und Grenzen von wolfsabweisenden Zäunungen praxisnah zu informieren.

Auf dem Veranstaltungsgelände erwarten Sie verschiedene Stationen:

• Mobile Zäunung – Einsatzmöglichkeiten, Nutzen und Grenzen • Aufbau, Elektrifizierung & Erdung ortsfester Drahtzäunungen • Vorführung maschineller Mäh- und Mulchtechnik zum Zaununterhalt • Fördermöglichkeiten und Informationen zum Antragsverfahren

Die Teilnahme ist kostenfrei, eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Veranstaltung wird unterstützt von den Bezirksstellen der LWK Niedersachsen, den örtlichen Försterinnen und Förstern sowie den Wolfsberaterinnen und Wolfsberatern.

Für Rückfragen steht Ihnen Herr Michael Sluiter unter der Telefonnummer 0441 801-631 gerne zur Verfügung.

Ihr Landvolk-Team

14.08.2025
Probleme Erreichbarkeit Standort Verden

Bitte im Sekretariat anrufen

Einige Telefonanbieter haben aktuell das Problem, unsere Telefonnummer und vor allem die Durchwahlen zu unseren Kollegen in Verden richtig zu verarbeiten. Somit erhalten Sie beim Anrufen die Ansage: Die gewählte Nummer ist nicht vergeben. Bei anderem Anbieter funktionieren die Durchwahlen problemlos.

Unsere Hauptnummer +49 4231 92630 für das Sekretariat Frau Lüning ist bei allen Anbietern verfügbar. Bitte rufen Sie, falls das Problem bei Ihnen auftritt, unter dieser Nummer an, Frau Lüning wird Sie dann weiterleiten.

Unser Telefonanbieter arbeitet mit den anderen Anbietern an einer Lösung.

11.08.2025
Einladung zur Veranstaltung „Kirche trifft Landwirtschaft“

Jetzt anmelden für den 3.9.2025

Der Landvolk-Bezirksverband Stade und die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers, Sprengel Stade, laden herzlich ein zu einem besonderen Nachmittag, bei dem Kirche und Landwirtschaft miteinander ins Gespräch kommen.

???? Datum: 3. September 2025 ???? Uhrzeit: 14:00 – 17:00 Uhr ???? Ort: Masterrind Verden, Osterkrug 20, 27283 Verden

Programm 14:00 Uhr – Eröffnung und Begrüßung Susanne Wendorf-von Blumröder / Jörn Ehlers

14:15 Uhr – Vortrag Masterrind/Synetics Steffen Bartels und Hermann-Josef Schmidt

14:45 Uhr – Rundgang Masterrind

15:15 Uhr – Kaffee und Kuchen

15:45 Uhr – Neues aus der Landeskirche Dr. Martin Krarup (Superintendent)

16:00 Uhr – Vortrag Jörn Ehlers / Alexander von Hammerstein (Landvolk)

16:20 Uhr – Andacht, Segen und Verabschiedung Susanne Wendorf-von Blumröder (Superintendentin)

Für eine bessere Planung bitten wir um Anmeldung bis zum 28. August 2025 bei Silke Aswald ???? E-Mail: aswald@landvolk-row-ver.de

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und auf spannende Begegnungen zwischen Kirche und Landwirtschaft!

07.08.2025
Wölfe kennen keine biogeographischen Regionen – die Politik schon

Wölfe kennen keine biogeographischen Regionen – die Politik schon

Es gibt nach der Logik der europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie zwei Populationen von Wölfen in Deutschland: die atlantische und die kontinentale Population. Beide treffen sich in Niedersachsen. Denn die biogeografische Region „atlantisch“ umfasst den Nordwesten Deutschlands, während die „kontinentale“ Region fast den gesamten Rest der Republik ausmacht. Was für Pflanzen Sinn macht, ist für die hochmobilen Wölfe jedoch weit von der Realität entfernt, schreibt der Landvolk-Pressedienst.

Während sich die Tiere in Feld und Wald in Niedersachsen vermischen und biogeographische Grenzen überschreitend leben und jagen, verursacht die Einteilung in biogeografische Regionen einen entscheidenden rechtlichen Unterschied. Die Population des atlantischen Wolfes wurde als „günstig“ eingestuft und auch so von der Bundesregierung an die EU gemeldet, während der Zustand der Wolfspopulation der kontinentalen Art vorerst als „unbekannt“ gemeldet wurde. Dies könnte zukünftig in der Praxis beim Wolfsmanagement zu unterschiedlichen Rechtslagen innerhalb Niedersachsens führen.

„Die Meldung als „unbekannt“ ist natürlich Quatsch, es gibt keine Tierart, die ein besseres Monitoring hat“, sagt Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers. Er freut sich zwar, dass Teile Niedersachsens den Status des günstigen Erhaltungszustandes bekommen haben, das Landvolk Niedersachsen fordert jedoch von der Bundesregierung eine zügige Meldung an die EU mit der Feststellung des günstigen Erhaltungszustandes auch für die kontinentale Art und damit für ganz Niedersachsen. „Die Einstufung darf nicht aus ideologischen Gründen hinausgezögert werden“, mahnt Ehlers. Ihm ist wichtig, dass in Niedersachsen der Weg freigemacht wird für ein echtes Bestandsmanagement der Raubtiere. „Nur so können wir die Weidetiere schützen, unsere einmalige Kulturlandschaft erhalten, die Deichsicherheit gewährleisten und den Tierhaltern ihre Existenz sichern“, sagt Ehlers.

„Eine latente Gefahr für Schafe, Ziegen und Gatterwild wird auch nach der Einstufung bleiben“, sagt Helmut Habermann vom Aktionsbündnis Aktives Wolfsmanagement. Der Pferdezüchter aus Hänigsen fordert, dass in Hotspots, in denen Rinder und Pferde angefallen werden, Wölfe konsequent bejagt werden dürften. „Denn die Untergrenze von 44 Rudeln muss ja laut Umweltminister Christian Meyer in Niedersachsen bestehen bleiben, um den günstigen Erhaltungszustand beizubehalten“, gibt er zu bedenken. Für die Tierhalterinnen und Tierhalter von kleinen Wiederkäuern ändert sich daher auch mit der Feststellung des günstigen Erhaltungszustandes nur wenig. „Trotzdem ist das ein großer Schritt in die richtige Richtung“, sagt Habermann. Es bleibe jedoch abzuwarten, was der Gesetzgeber daraus mache. Herdenschutz erfülle nur seinen Zweck, wenn auch eingegriffen werden dürfe, wenn dieser überwunden werde. „Anders als Naturschutzverbände glauben, reicht der Herdenschutz alleine nicht aus“, stimmt Ehlers zu. Er funktioniere nur, wenn bei Übergriffen schnell gehandelt werden könne.

04.08.2025
„Sommergespräche“ mit Politik im Landvolk-Podcast

Drei Extra-Folgen mit Miriam Staudte, Thordies Hanisch und Marco Mohrmann

Die Politik macht Sommerpause – das Landvolk nicht. Unter diesem Motto startet der Landvolk-Podcast eine besondere Gesprächsreihe: die „Sommergespräche“. In drei Extra-Folgen kommen mit Miriam Staudte, Thordies Hanisch und Dr. Marco Mohrmann sowohl Vertreterinnen und Vertreter der Landesregierung als auch der Opposition zu Wort. Im Zentrum der Gespräche stehen Zukunftsfragen der Landwirtschaft, die Landvolk-Klimaschutzstrategie und das Tierwohl-Projekt „tierischGut aus Niedersachsen“, teilt der Landvolk-Pressedienst mit.

Die erste Folge bestreitet Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte gemeinsam mit Landvolk-Vizepräsident Hubertus Berges, Schweinehalter und Ackerbauer aus Cloppenburg. Staudte berichtet darin von ihren persönlichen Wurzeln: Aufgewachsen mit den Eindrücken von Omas Hof, selbst mit Plänen für einen landwirtschaftlichen Beruf, sammelte sie früh Praxiserfahrungen auf Bio-Höfen. Ihre Vision für die Landwirtschaft 2050 ist von Licht und Schatten geprägt: „Klimabedingt wird es immer schwieriger, zu wirtschaften. Da wird wahnsinnig viel auf uns zukommen. Wassermanagement wird ein zentrales Thema werden“, sagt sie. Gleichzeitig sieht Staudte Chancen in der Digitalisierung, der Erweiterung von Einkommensquellen und einer vielfältigeren Strukturierung der Höfe. Berges stimmt zu, dass die Landwirtschaft in 25 Jahren ein anderes Gesicht haben wird. „Eindeutige Trends sind heute schwer erkennbar, deshalb herrscht Unsicherheit auf den Höfen“, betont er. Dennoch hofft er, dass die bäuerliche Landwirtschaft prägend für Niedersachsen bleibt – möglicherweise in neuen Kooperationsformen, attraktiv gestaltet für die nächste Generation.

In der zweiten Folge spricht Podcast-Moderatorin Wibke Langehenke mit Dr. Marco Mohrmann (CDU) und Landvolk-Vizepräsident Frank Kohlenberg. Mohrmann, agrarpolitischer Sprecher der CDU Niedersachsen, gibt dabei Einblicke in seine Erwartungen an das neubesetzte Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). „Wir werden auch in 25 Jahren eine starke Landwirtschaft in Niedersachsen haben. Starke ländliche Räume gehören zu unserem Land“, blickt Mohrmann optimistisch in die berühmte Glaskugel und macht dabei klar, dass Politik dafür entsprechende Freiräume schaffen muss. Kohlenberg sieht ebenfalls eine Zukunft für eine vielfältige Landwirtschaft – ökologisch wie konventionell. „Landwirte liefern die Grundstoffe für Essen, Trinken und Energie“, unterstreicht er und verweist auf die unverzichtbare Rolle der Landwirtschaft in der Gesellschaft. Auch er rechnet mit weiteren Veränderungen im Zuge des Strukturwandels, aber nicht mit einem Verschwinden der Betriebe.

Die dritte Folge der Sommergespräche bestreiten Thordies Hanisch, Sprecherin für Umwelt, Energie und Klimaschutz der SPD Niedersachsen, und Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers. Hanisch ist überzeugt: „Die Veränderungen der vergangenen 25 Jahre werden sich fortsetzen. Der Beruf des Landwirts wird diverser und digitaler.“ Besonders wichtig seien künftig Systemdienstleistungen für Umwelt- und Naturschutz – etwa Beiträge zum Klimaschutz, Biodiversität oder Wasserrückhalt. Ehlers sieht die Landwirtinnen und Landwirte als Produzentinnen und Produzenten hochwertiger Nahrungsmittel, aber auch als Lösungsanbieterinnen und Lösungsanbieter für gesellschaftliche Herausforderungen. „Das Arbeitsfeld wird vielfältiger, und genau darin liegt auch eine Chance“, betont er.

Mit den Sommergesprächen will das Landvolk eine Plattform schaffen, auf der politische Positionen aus Regierung und Opposition direkt mit der landwirtschaftlichen Praxis in Verbindung gebracht werden. Moderatorin Wibke Langehenke führt die Gespräche bewusst so, dass neben langfristigen Visionen auch aktuelle Herausforderungen Platz finden – von Klimaschutz über Tierwohl bis zu wirtschaftlichen Perspektiven. „Uns ist wichtig, nicht nur Schlagzeilen zu diskutieren, sondern den Blick in die Zukunft zu wagen“, erklärt Langehenke. Dass dabei unterschiedliche Sichtweisen auf die Landwirtschaft 2050 zutage treten, ist gewollt. So zeigen sich nicht nur Gemeinsamkeiten, etwa beim Bekenntnis zu einer starken Landwirtschaft in Niedersachsen, sondern auch Unterschiede in den Wegen dorthin.

Das Landvolk Niedersachsen will die Sommergesprächsreihe im kommenden Jahr fortsetzen. „Dann kann man sehen, was erreicht wurde, woran es hakt und welche neuen Themen auf uns zukommen“, sagt Ehlers. Ziel sei es auch, den Forderungskatalog des Landvolks sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene Schritt für Schritt zu diskutieren.

„Die Landwirtschaft steht vor enormen Veränderungen. Umso wichtiger ist es, dass wir im Gespräch bleiben – mit allen politischen Akteuren“, fassen Kohlenberg und Berges zusammen. Die Resonanz auf die bisherigen Folgen habe gezeigt, dass Landwirtinnen und Landwirte und politische Entscheidungsträger von diesem direkten Dialog profitieren.

Neben den Sommergesprächen widmet sich der Landvolk-Podcast auch anderen Schwerpunkten. In Staffel 1 stand die Klimaschutzstrategie des Landvolks Niedersachsen im Mittelpunkt. Aktuell wird das Tierwohl-Projekt „tierischGut aus Niedersachsen“ begleitet. Ziel ist es, der breiten Öffentlichkeit zu vermitteln, wie Niedersachsens Landwirtschaft zum Klimaschutz beiträgt und gleichzeitig Tierwohl in den Fokus rückt. Alle Folgen sind auf Spotify abrufbar. Die Mischung aus fachlichem Input, persönlichen Einblicken und politischem Ausblick macht den Podcast zu einer festen Größe im landwirtschaftlichen Informationsaustausch.

28.07.2025
Ein festlicher Auftakt in den Berufsalltag

Freisprechungsfeier der landwirtschaftlichen Absolventinnen und Absolventen der BBS Rotenburg und der BBS Verden

Vergangenen Freitag versammelten sich im Elsdorfer Hof 41 frisch ausgebildete Landwirtinnen und Landwirte sowie ein Werker in der Landwirtschaft von den Berufsbildenden Schulen Rotenburg und Verden, um ihre gemeinsame Freisprechung zu feiern. Ein besonderer Tag, an dem nicht nur die erfolgreichen Abschlussprüfungen gewürdigt, sondern auch Freundschaft, Gemeinschaft und die große Verantwortung des Berufsstandes ins Rampenlicht gerückt wurden.

Der Abend begann festlich mit einem Sektempfang, auf den die offizielle Begrüßung durch Christian Intemann, Rotenburger Kreislandwirt und Vorsitzender des Landvolk-Kreisverbandes Rotenburg-Verden e.V., folgte. Nachdem alle Anwesenden sich am Buffet gestärkt hatten, übernahm Intemann erneut das Wort und betonte in seiner Rede die langfristige Relevanz der heimischen Landwirtschaft: „Eines ist ganz sicher: Wir werden auch zukünftig Landwirte und Landwirtschaft in Deutschland brauchen! Wir werden weniger Betriebe haben, aber auf diesen Betrieben werden größere Teams arbeiten.“ Mit dieser Aussicht auf einen sich wandelnden, aber unverzichtbaren Beruf eröffnete er den offiziellen Part der Feierlichkeiten.

Die ehemaligen Schülerinnen und Schüler Deike Katharina Corleis, Wilken Gieschen und Enya Patterson der BBS Rotenburg erinnerten in ihrer humorvollen und zugleich emotionalen Ansprache an die lustigen und unvergesslichen Momente ihrer Ausbildungszeit. „Heute nehmen wir Gemeinschaft und Freundschaft mit“, fasste Corleis zusammen. Die drei machten deutlich, dass die Landwirtschaft für die Absolventinnen und Absolventen weit mehr als ein einfacher Beruf sei, sondern ihre wahre Berufung und Leidenschaft, welcher sie sich mit viel Verantwortungsbewusstsein gegenüber Gesellschaft und Natur annehmen würden: „Wir stehen an der Schnittstelle von Tradition und Innovation“, erklärte Patterson eindrucksvoll. Ein besonderer Dank galt allen, die den Abend möglich gemacht hatten: den großzügigen Sponsoren, Ausbildungsberatern, Lehrkräften, dem Kreislandwirt und allen Organisatoren.

Danach folgte ein nostalgischer Höhepunkt: Die Ausbildungsberater der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Constanze Wellenbrock und Sören Wilkening, ließen in einer Diashow viele Fotos aus der Ausbildungszeit Revue passieren. Wilkening lobte den Berufsnachwuchs mit den Worten: „Ihr habt einen Beruf gewählt, der nicht nur körperlich fordert, sondern auch ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein, Fachwissen und Durchhaltevermögen abverlangt. In einer Zeit, in der sich vieles verändert, vom Wetter bis zur Gesetzgebung, braucht es Menschen wie euch, die mitdenken, mit anpacken und nicht nur meckern, sondern machen!“

Auch die Lehrkräfte der BBS Rotenburg und Verden, vertreten durch Sebastian Peters, Andreas Martius und Caren Ahrendt, richteten Worte des Glückwunsches und der Ermutigung an die Absolventinnen und Absolventen.

Ein besonderer Moment war die Zeugnisübergabe, bei der herausragende Leistungen gewürdigt wurden: Jan Marten Müller von der BBS Rotenburg beeindruckte mit der Bestnote 1,3. Er lernte auf den Höfen Thomas Müller in Vorwerk und der Klindworth KG in Wiersdorf. Nur knapp dahinter folgte Bodo Grube aus Schwaförden mit der Note 1,4, der ebenfalls für das beste Berichtsheft ausgezeichnet wurde und seine Ausbildung bei Christian Dohrmann in Welle und Arne Willenbrock in Holtum-Geest absolvierte. Auch Deike Katharina Corleis konnte mit der Note 1,6 glänzen. Sie wurde auf der Hof Fitschen GbR in Hollenbeck und auf dem Hof Diercks in Riekenbostel ausgebildet. Von der BBS Verden erzielte Finja Bruns mit ebenfalls 1,6 die beste Abschlussnote. Sie hat bei Helmut Kraul in Stedorf sowie bei der Neumann GbR in Riekenbostel gelernt. Für das beste Berichtsheft von der BBS Verden wurde Inga Santelmann aus Böhme geehrt, die ihre Ausbildungszeit bei der Milchproduktion Hogrefe KG in Neddenaverbergen und bei der Reiner Wortmann KG in Beppen verbrachte. Herzliche Glückwünsche an alle für ihre großartigen Leistungen!

vl. Bodo Grube, Inga Santelmann, Finja Bruns, Deike Katharina Corleis, Jan Marten Müller vl. Bodo Grube, Inga Santelmann, Finja Bruns, Deike Katharina Corleis, Jan Marten Müller

16.07.2025
Zoom-Veranstaltung der Landvolk-Kreisverbände des Bezirks Stade

Zukunftssichere Energie für landwirtschaftliche Betriebe & Privathaushalte mit PRIMAGAS

Am 23.07.2025 bieten wir unseren Mitglieder gemeinsam mit den weiteren Landvolk-Kreisverbänden vom Bezirk Stade eine Online-Veranstaltung zum Thema zukunftssichere Energie für landwirtschaftliche Betriebe und Privathaushalte an. Der Energiemarkt unterliegt verstärkt externen Faktoren, wodurch eine sichere Versorgung des eigenen Betriebes zunehmend in den Fokus rückt. Herr Udo Meurer von der Firma PRIMAGAS wird Euch hierzu im Rahmen einer Zoom-Veranstaltung ausführliche Informationen geben.

Neue Kundinnen und Kunden sowie auch Kundinnen und Kunden mit bereits bestehenden Verträgen sind herzlich eingeladen, für den eigenen Betrieb aktuelle Zahlen über die nachhaltige Energieversorgung zu erlangen.

Start: 19.30 Uhr – ab 19 Uhr ist der Warteraum geöffnet
Dauer: bis ca. 21.00 Uhr

Die Veranstaltung ist kostenlos und es ist keine vorherige Anmeldung nötig. Die Teilnahme an der Zoom-Veranstaltung erfolgt über den folgenden Link bzw. die folgenden Zugangsdaten:

https://us02web.zoom.us/j/81698435185?pwd=vELWMbrAkkpB8VWyfYqsGBj8SUSftO.1 

Meeting-ID: 816 9843 5185
Kenncode: 265276

11.07.2025
Im Dialog mit der Politik

Offener Austausch mit Bundestagsabgeordneter Lena Gumnior

Kürzlich fand ein intensiver und konstruktiver Austausch zwischen dem Landvolk-Kreisverband Rotenburg-Verden und der Bundestagsabgeordneten Dr. Lena Gumnior (Bündnis 90/Die Grünen) aus dem Wahlkreis Osterholz-Verden statt. Diskutiert wurden aktuelle und teils brisante Themen wie die Wiedervernässung von Mooren, der Umgang mit dem Wolf, die Tierhaltungskennzeichnung, die geplante Agrarstrukturreform, der Ausbau erneuerbarer Energien und das Projekt “Ottersberger Weg”. Ziel des Gesprächs war es, die Herausforderungen der landwirtschaftlichen Praxis offen anzusprechen und Lösungen im Dialog mit der Politik zu finden.

Auf Grund der Länge des Textes finden Sie die vollständige Meldung HIER.

Aktuelles aus dem Landesverband

13.03.2026
Geopolitische Spannungen bewegen Weizenkurse
Pflanzen

(AMI) Der Krieg am Persischen Golf sorgt für Bewegung an den Börsen, die Nachfrage großer Importeure bleibt dennoch verhalten.

Am 10.03.2026 lief der alte Fronttermin für Weizen an der Pariser Börse bei 191,75 EUR/t aus und verzeichnete damit auf Wochensicht nochmals ein Minus von 5,50 EUR/t. Der neue Fronttermin Mai 2026 schloss hingegen am 12.03.26 bei 209,25 EUR/t und lag damit 7,25 EUR/t über dem Niveau der Vorwoche. Der Kontrakt der neuen Ernte notierte zuletzt bei 215,25 EUR/t und verbuchte damit ein Wochenplus von 7,00 EUR/t.

Im Mittelpunkt der vergangenen Handelstage standen vor allem die Entwicklungen im Nahen Osten. Nahezu jede neue Meldung wirkte sich unmittelbar auf die Kurse aus, sodass Schwankungen von -4,50 bis +3,50 EUR/t zur Tagesordnung gehörten. Einerseits sorgte die Ankündigung des US-Präsidenten, der Konflikt gegen den Iran könne bald beendet sein, für Druck auf die Notierungen. Andererseits bleibt die Unsicherheit über den weiteren Verlauf hoch; viele Importeure nehmen daher weiterhin eine abwartende Haltung ein. Angesichts der ohnehin komfortablen Versorgungslage am Getreidemarkt besteht aktuell zudem wenig Zeitdruck für Käufe. Zwar wurde aus Ägypten, Tunesien und Algerien Kaufinteresse signalisiert, Marktteilnehmer werten dies jedoch eher als Preisabfragen denn als konkrete Nachfrage.

Der jüngste Bericht des USDA zu Angebot und Nachfrage blieb unterdessen ohne nennenswerte Auswirkungen auf die Kurse. Das US-Landwirtschaftsministerium nahm lediglich geringfügige und wenig überraschende Anpassungen vor, die keine spürbare Marktreaktion auslösten. Im März-WASDE bleibt der Weltweizenmarkt trotz kleiner Korrekturen weiterhin gut versorgt.

Die Weichweizenexporte der EU summierten sich im laufenden Wirtschaftsjahr bis zum 08.03.2026 auf rund 16,5 Mio. t und lagen damit 9 % über dem Vorjahr. Im Wirtschaftsjahr 2023/24 waren zum gleichen Zeitpunkt jedoch bereits 22,5 Mio. t ausgeführt worden. Größter Abnehmer von EU-Weizen ist bislang Marokko mit einem Importvolumen von gut 2,6 (Vorjahr: 1,8) Mio. t. Dahinter folgen Ägypten mit 1,5 (0,9) Mio. t und Saudi-Arabien mit 1,1 (0,8) Mio. t.

Auf Exportseite bleibt Rumänien mit 5,4 (4,1) Mio. t das wichtigste EU-Versandland, gefolgt von Frankreich mit 4,6 (1,5) Mio. t. Deutschland rangiert nach Polen und Litauen auf Platz fünf und platzierte bislang rund 1,3 (1,6) Mio. t am Weltmarkt.

13.03.2026
Unsichere Lage bremst Handel mit Brotgetreide
Pflanzen

(AMI) Die Preise für Brotgetreide konnten zuletzt etwas zulegen, größere Ausschläge bleiben jedoch aus. Geopolitische Spannungen bleiben ein wichtiger Einflussfaktor, ansonsten ist der heimische Markt von Zurückhaltung sowohl auf Käufer- als auch auf Verkäuferseite geprägt.

Der deutsche Markt für Brotgetreide steht derzeit unter dem Eindruck der geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten. Die Unsicherheiten rund um den Konflikt sorgen für eine erhöhte Volatilität an den internationalen Terminbörsen und wirken sich damit auch auf den heimischen Kassamarkt aus. In vielen Regionen konnten die Erzeugerpreise zuletzt leicht zulegen, wobei die Preisbewegungen insgesamt moderat bleiben und teilweise bereits wieder Gegenbewegungen eingesetzt haben.

So verzeichnete Brotweizen am heimischen Markt das größte Wochenplus. Hier werden im Bundesdurchschnitt aktuell rund 176,14 (166-185) EUR/t frei Erfasserlager verlangt, 3,41 EUR/t mehr als in der Vorwoche. In Niedersachsen wurden ab Hof im Schnitt 179,5 EUR/t geboten, wobei die Spannweite von 173 bis 186 EUR/t reichte.
Brotroggen verteuert sich im Bundesschnitt binnen einer Woche um 2,68 auf 152,22 (137-161) EUR/t. Mit Niedersächsische Ware konnten ab Hof im Schnitt 161,5 (152-177,5) EUR/t erzielt werden.
Deutscher Qualitätsweizen verbucht ein Plus von 2,42 auf durchschnittlich 179,64 (172-189) EUR/t und Eliteweizen kann mit 183,96 (176-191) EUR/t immerhin um 0,38 EUR/t gegenüber der Vorwoche zulegen.

Auch ex Ernte zeigt sich eine festere Tendenz. Auch hier macht Brotweizen den größten Preissprung. Mit durchschnittlich 182,71 EUR/t werden 3,95 EUR/t mehr verlangt als in der Vorwoche. Eliteweizen verteuert sich um 3,53 auf 201,62 EUR/t und Brotroggen legt im Schnitt um 1,65 auf 153,08 EUR/t zu. Qualitätsweizen liegt mit 193,95 EUR/t gut 1 EUR/t über dem Niveau der Vorwoche.

13.03.2026
Rapskurse zwischen Geopolitik und Fundamentaldaten
Pflanzen

(AMI) Die Rapskurse reagieren sensibel auf die Lage im Nahen Osten und am Rohölmarkt. Eine größere australische Ernte zeigt dabei kaum Kurswirkung. Am deutschen Markt werden höhere Preise genannt, während die Umsätze aufgrund der hohen Volatilität weiter begrenzt bleiben.

Zu Beginn der Berichtswoche ging es an der Pariser Börse kräftig bergauf. Nach kurzzeitiger Schwäche zur Wochenmitte wurde schließlich am 12.03.26 mit 515 EUR/t der höchste Schlusskurs seit April 2025 erreicht. Im Vergleich zur Woche legte der Fronttermin damit noch einmal um 12 EUR/t zu. Ähnlich fällt das Plus für Partien der Ernte 2026 aus. Mit 498 EUR/t gewann der August-26-Kontrakt rund 13 EUR/t. Im Fokus bleibt dabei die Situation am Rohölmarkt und im Nahen Osten. Die Kurse reagieren sensibel auf die geopolitischen Entwicklungen. Fundamentaldaten wie die größere Ernte in Australien und die insgesamt komfortable globale Rapsbilanz schlagen dabei aktuell kaum zu Buche.

Auf Großhandelsebene werden franko Niederrhein zuletzt rund 515 EUR/t in Aussicht gestellt und damit, bei unverändertem Aufgeld, rund 2 EUR/t mehr als noch in der Vorwoche. Gleiches gilt für Partien franko Hamburg, welche sich auf Wochensicht ebenfalls um 2 EUR/t auf 507 EUR/t verteuern. Für Partien der Ernte 2026 sind bis zu 489 EUR/t möglich, ein Plus von 3 EUR/t. Dabei erschwert die Volatilität der Pariser Notierungen auch weiterhin die Preisbildung und limitiert den Handel. So bleiben die Umsätze auch weiterhin überschaubar. Die Importströme bleiben indes stetig, fußen jedoch auf bereits vertraglich gebundener Ware. Angesichts der Situation im Nahen Osten wird dabei von steigenden Frachtkosten berichtet.

Insgesamt bleibt die Handelsaktivität am Rapsmarkt angesichts der teils deutlichen Kurssprünge in Paris überschaubar. Im deutschen Mittel sind dabei für alterntige Ware rund 484,50 EUR/t möglich und damit 9,10 EUR/t mehr als noch in der Woche zuvor. Die Meldungen aus den einzelnen Bundesländern rangieren dabei in einer Spanne von 445 bis 515 EUR/t. Niedersächsischer Raps wurde ab Hof in einer Spanne von 475-505 (Ø 495) EUR/t bewertet. Preisspitzen wurden gebietsweise jedoch auch vermehrt zur Absicherung der kommenden Ernte genutzt. Dabei werden Vorkontrakte in Niedersachsen ab Hof durchschnittlich für 470,5 (450-480) EUR/t angeboten.

13.03.2026
Kartoffelmarkt bleibt fragil
Pflanzen

(AMI) Der Angebotsdruck weicht nicht vom Markt und die Preise für Speise- und Verarbeitungskartoffeln tendieren eher schwächer. Fritten-Rohstoff notiert auch nach unten.

Marktbeteiligte berichten aus nahezu allen Regionen davon, dass weiterhin umfangreichere Vorräte auf Absatz drängen als in anderen Jahren üblich. In der Regel sind dabei alle Verwertungsrichtungen betroffen. Neben einem ersten zaghaften aber recht frühen Angebot von Importen aus Ägypten gibt es zudem Speisekartoffeln aus dem französischen Lager, die stärker in die Regale drängen, wenn auch hier und da etwas später als sonst.

Die Nachfrage hat sich nicht verändert. Es herrscht bei Speisekartoffeln für jeden Vermarkter das übliche Auf und Ab, je nachdem ob der Kunde Aktionen fährt, oder nicht. Tendenziell sind die Verkaufszahlen aber etwas besser als im Vorjahr, so der allgemeine Eindruck. Bei Kartoffeln für die Verarbeitung reichen nach wie vor die Vertragsmengen, um den Bedarf der Verarbeiter zu decken. Vertragsfreie Ladungen gehen schon mal in den Export, allerdings eher nach Süd- oder Osteuropa als nach Westeuropa, wo sie eigentlich im überwiegenden Umfang hinsollten. Das Exportgeschäft ist ruhig und beständig vom Wettbewerb mit Anbietern aus benachbarten Ländern geprägt.

Auch wenn die Preise für Speise- und Verarbeitungskartoffeln niedrig sind, bleiben sie fragil. Immer wieder wird betont, dass es Verkäufe unterhalb der Notierungen gibt. Bei Frittenkartoffeln nahm nun die Reka infolgedessen auch die Preise für Fontane und Co. etwas zurück. Nur Innovator, die lokal mit Qualitätsproblemen aus dem Lager kommt, wird etwas gesucht und erzielt einen immer deutlicheren Aufpreis zum Basissortiment.

13.03.2026
Themenseite und FAQ zur Newcastle-Krankheit
Geflügel

Nach dem erstmaligen Ausbruch der Newcastle-Krankheit (ND) in Deutschland nach 30 Jahren Ende Februar, hat das Friedrich-Loeffler Institut nun eine Themenseite für diese Tierseuche erstellt und auch das FAQ wurde aktualisiert.

Seitdem wurden im TierSeuchenInformationsSystem  insgesamt 24 ND-Ausbrüche gemeldet – 11 Fälle in Bayern und 13 Fälle in Brandenburg. In Brandenburg war zuletzt im Landkreis Spree-Neiße ein Betrieb betroffen, der drei Stalleinheiten mit jeweils rund 90.000 Legehennen umfasste. Zudem wurde ein Masthähnchen-Elternbetrieb mit etwa 84.000 Tieren im Landkreis Dahme-Spreewald gemeldet. Die bestehenden Schutzmaßnahmen wurden ausgeweitet und umfassen neben einer strikten Stallpflicht in den Schutz- und Überwachungszonen, ein Verbringungsverbot für gehaltene Vögel sowie für Fleisch, Eier und Bruteier sowie ein Verbot von Geflügelmärkten, -ausstellungen und Tierschauen.

13.03.2026
Aktualisierte HPAI-Risikoeinschätzung
Geflügel

(FLI) Das Friedrich-Loeffler Institut hat die aktualisierte Risikoeinschätzung zur Hochpathogenen Aviären Influenza H5 (HPAI H5) veröffentlicht. Im Zeitraum vom 1. – 28. Februar 2026 wurden in Deutschland 15 Ausbrüche bei Geflügel sowie 14 Ausbrüche bei privat gehaltenen Vögeln gemeldet. Parallel dazu wurden 659 infizierte Wildvögel gemeldet. Auch in Europa bleibt die Lage angespannt: Im gleichen Zeitraum wurden 54 Ausbrüche bei Geflügel, 30 bei gehaltenen Vögeln sowie 410 Fälle bei Wildvögeln registriert. Die epidemiologische Lage wird weiterhin als angespannt eingeschätzt und die Fallzahlen bleiben auf anhaltend hohem Niveau. Das FLI bewertet das Risiko für Einträge und Weiterverbreitung des Virus in Wildvogelpopulationen und Geflügelhaltungen weiterhin als hoch. Gleiches gilt für mögliche Sekundärausbrüche zwischen Betrieben, den Lebendgeflügelhandel sowie eine unbemerkte Viruszirkulation in Wassergeflügelbeständen. Halten Sie die empfohlenen Biosicherheitsmaßnahmen daher konsequent ein.

13.03.2026
Eierverbrauch in 2025
Geflügel

(Destatis/BZL) Der Eierverbrauch in Deutschland ist 2025 weiter gestiegen. Nach vorläufigen Daten des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) lag im vergangenen Jahr der Pro‑Kopf‑Verbrauch bei 252 Eiern und damit leicht über dem Vorjahreswert (248). Seit 2022 steigt der Verbrauch kontinuierlich. Insgesamt wurden 2025 rund 21 Mrd. Eier verbraucht, einschließlich der in verarbeiteten Lebensmitteln eingesetzten. Gründe für den immer weiter steigenden Konsum sind unter anderem der vergleichsweise günstige Preis für hochwertiges Eiweiß sowie veränderte Ernährungsgewohnheiten mit geringerem Fleischverzehr.

Auch die Legeleistung stieg weiter an: Im Durchschnitt legte eine Henne 299 Eier und damit vier Eier mehr als noch 2024. Die Produktion erreichte knapp 15,3 Mrd. Konsumeier, der Selbstversorgungsgrad sank dennoch leicht auf rund 72 %. Die Einfuhren von Schaleneiern gingen um 1,3 % zurück, während die von Eiprodukten um 6 % zunahmen. 69 % der Schaleneier kam weiterhin aus den Niederlanden, gefolgt von Polen und Belgien. Gleichzeitig verzeichnete Deutschland rückläufige Exporte sowohl bei Schaleneiern (-12 %) als auch bei Eiprodukten (-4 %).