Niedersächsisches Landvolk Kreisverband Rotenburg-Verden e.V.

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Lokales aus dem Kreisverband

Die wichtigsten Veranstaltungen und Verbandsinformationen auf einen Blick. Informieren Sie sich über anstehenden Events sowie lokale Nachrichten aus dem Kreisverband und erhalten Sie täglich aktualisierte Informationen zu den verschiedenen Betriebszweigen von unserem Landesverband.

Aktuelles aus dem Kreisverband

22.05.2026
FINKAtransfer: Feldtag rund um den Mais

Kulturführung und mechanische Beikrautregulierung

Das Projekt “FINKAtransfer” organisiert am 01.06.2026 von 10 bis 12 Uhr einen Feldtag rund um den Mais mit Kulturführung und mechanischer Beikrautregulierung auf der FINKAtransfer Versuchsfläche von David Mindermann bei Dibbersen.

Programm:

10:00 Uhr Begrüßung und Vorstellung des FINKAtransfer Projekts sowie Ergebnisse aus dem FINKA Projekt
Leen Vellenga, Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen GmbH

10:15 Uhr Kulturführung und Striegeln im Mais
Jan Wittenberg (Biolandwirt und Berater)

10:50 Uhr Mechanik und Herbizide kombinierte bei Problemunkräutern wie Erdmandelgras und Ackerfuchsschwanz
Lüder Cordes (Landwirtschaftskammer Niedersachsen)

11:00 Uhr Maschinenvorführung: Striegeln und Hacken im Mais (witterungs- und bestandsabhängig)
Jan Wittenberg, Beke Gredner, Steffen Osmers, David Mindermann

Kontakt Leen Vellenga, Mobil: 01573 - 7013 834 Mail: l.vellenga@oeko-komp.de

Die Veranstaltung richtet sich an konventionell und ökologisch wirtschaftende Betriebe sowie die Beratung beider Bereiche und weitere Interessierte.

Bitte melden Sie sich über HIER an.

Projektpartner sind die Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen GmbH (KÖN) und das Netzwerk Ackerbau Niedersachsen (NAN) e.V.

20.05.2026
Wichtige Information zur verpflichtenden Erntegutbescheinigung 2026

Jetzt registrieren

Wir möchten unsere Mitglieder darüber informieren, dass die Landhändler ab der Ernte 2026 erstmals verpflichtet sind, sich jährlich von jedem landwirtschaftlichen Betrieb eine Erntegutbescheinigung von der Saatgut-Treuhandverwaltungs GmbH (STV), vorlegen zu lassen.

Die Erntegutbescheinigung gilt für sämtliche landwirtschaftlichen Erzeugnisse (außer Mais und Raps), die an den jeweiligen Landhändler geliefert werden, und muss von der STV ausgestellt sein. Ohne eine gültige STV-Erntegutbescheinigung darf die Ware vom Landhändler nicht angenommen bzw. erfasst werden.

Bitte registrieren Sie sich zeitnah über diesen Link bei der STV um die Bescheinigung rechtzeitig zu erhalten, ein Formular vor Ort kann in diesem Jahr nicht mehr alternativ genutzt werden. Halten Sie für die Registrierung bitte Ihren GAP-Antrag und die Saatgutlieferscheine parat.

11.05.2026
Webinar „Newcastle-Krankheit – Aktuelle Herausforderungen“

Vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz lädt am Donnerstag, den 21. Mai 2026 um 19 Uhr zu einer Online-Informationsveranstaltung zur “Newcastle-Krankheit – Aktuelle Herausforderungen“ ein.

Die Veranstaltung richtet sich an Tierhalterinnen und Tierhalter von Geflügel, praktizierende Tierärztinnen und Tierärzte sowie an die kommunalen Veterinärbehörden in Niedersachsen.

Programm:

TOP 1: Begrüßung und Vorstellung der Referenten

TOP 2: Überblick Newcastle-Krankheit - Ursache, Symptome, Eintragswege und aktuelle Verbreitung in Europa und Deutschland (Prof. Dr. Carola Sauter-Louis, PD Dr. Christian Grund, FLI)

TOP 3: Prävention: Impfung und effektive Biosicherheitsmaßnahmen
• Möglichkeiten und Grenzen der Impfstoffe (PD Dr. Christian Grund, FLI)
• Praktische Umsetzung (Dr. Heinrich Windhaus, Die Praxis für Geflügel GbR, Vechta)

TOP 4: Fragen aus dem Chat

Für die Webex-Videoveranstaltung ist eine Dauer von ca. 90 Minuten vorgesehen. Der Beitritt erfolgt über folgende Einwahldaten:

Über den Meeting-Link beitreten:
https://nds-meeting.webex.com/nds-meeting/j.php?MTID=mfda510633e2d2739e111c8bc7a950ad3

Mit Meeting-Kennnummer beitreten
Meeting-Kennnummer (Zugriffscode): 2743 838 2264
Meeting-Passwort: 8A8fJiDGxg7 (82835434 beim Einwählen von einem Telefon)

Hier tippen, um mit Mobilgerät beizutreten (nur für Teilnehmer)
+49-619-6781-9736„27438382264#82835434# Germany Toll
Auf manchen Mobilgeräten müssen die Teilnehmer ein numerisches Passwort eingeben.

Über Telefon beitreten
+49-619-6781-9736 Germany Toll
Globale Einwahlnummern

Über Videogerät oder -anwendung beitreten
Wählen Sie 27438382264@nds-meeting.webex.com
Sie können auch 62.109.219.4 wählen und Ihre Meeting-Nummer eingeben.

11.05.2026
Erdmandelgras breitet sich rasant aus

Über 200.000 Hektar betroffen

Die Ausbreitung des Erdmandelgrases entwickelt sich zunehmend zu einer der größten Herausforderungen im norddeutschen Ackerbau. Innerhalb weniger Jahre hat sich der Befall massiv ausgeweitet: Von rund 10.000 bis 12.000 Hektar im Jahr 2021 auf mittlerweile mehr als 200.000 Hektar. Besonders in Niedersachsen ist die Dynamik alarmierend. „Wir haben es mit einem der aggressivsten Problemunkräuter unserer Zeit zu tun“, warnt Konrad Westphale, Vorsitzender des Ausschusses für pflanzliche Erzeugnisse im Landvolk Niedersachsen. „Wer jetzt nicht handelt, riskiert langfristig ganze Produktionsflächen.“

Die Pflanze vermehrt sich vor allem vegetativ über unterirdische Knöllchen, sogenannte „Erdmandeln“, sowie über Rhizome. Eine einzelne Pflanze kann sich im Verhältnis von bis zu 1:700 vermehren. Besonders kritisch: Die Knöllchen bleiben über Jahrzehnte keimfähig und überstehen selbst strenge Fröste bis etwa minus 15 Grad im Boden.

Die Verschleppung erfolgt häufig unbemerkt – über anhaftende Erde an Maschinen, über Erntegut oder durch Bodenverlagerungen. Genau hier setzt der dringende Appell des Landvolks an: Saubere Maschinen und konsequente Feldhygiene sind derzeit die wirksamste Präventionsmaßnahme.

Betroffen sind vor allem Mais-, Zuckerrüben- und Kartoffelflächen. Erdmandelgras wächst schnell, erreicht Höhen von bis zu einem Meter und konkurriert direkt mit Kulturpflanzen um Wasser, Licht und Nährstoffe. „Die Folge können erhebliche Ertragsverluste sein – im Extremfall werden Flächen langfristig unbrauchbar“, führt Westphale aus.

Erkennbar ist die Pflanze an ihren hellgrünen, V-förmigen Blättern, einem dreikantigen, knotenlosen Stängel sowie den charakteristischen braunen Knöllchen in 10 bis 15 Zentimetern Tiefe. Eine nachhaltige Bekämpfung ist schwierig: Pflanzenschutzmittel zeigen kaum Wirkung, da die Knöllchen im Boden verbleiben. Entscheidend ist daher ein langfristiges Management. „Erste Nester sollten mechanisch entfernt werden – möglichst früh und konsequent, bevor sich die Pflanze weiter ausbreitet“, appelliert Westphale.

„Früherkennung und Hygiene sind unsere wichtigsten Methoden, aber auch die Forschung für wirksame Pflanzenschutzmittel muss weiter vorangebracht werden“, betont Westphale. „Jeder Betrieb trägt Verantwortung – für die eigenen Flächen und für die gesamte Region.“ Das Landvolk empfiehlt daher: regelmäßige Feldkontrollen, sofortiges Entfernen von Befallsnestern und bei Unsicherheiten die Beratung durch Landwirtschaftskammer oder Pflanzenschutzdienste. Nur so lässt sich die weitere Ausbreitung wirksam eindämmen.

04.05.2026
Amerika, China und Mercosur - was tut die EU für unsere Unternehmen?

Europa-Union und VWN laden ein zum Themen-Abend

Europa-Union und VWN laden ein zum Themen-Abend: Am Mittwoch, den 13. Mai 2026, im Hotel Niedersachsenhof in Verden (Lindhooper Straße 97). Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr. Im Fokus steht das Thema: Amerika, China und Mercosur - was tut die EU für unsere Unternehmen?

Tritt der Handelsteil des Mercosur-Abkommens zeitnah in Kraft? Wohin wendet sich Südamerika bei einem Scheitern des Abkommens? Wie sind landwirtschaftliche und Industrieinteressen zu vereinbaren? Diese und weitere Fragen sollen beantwortet werden bei einem Vortrag und einer Podiums-Diskussion mit David McAllister (Vors. des Ausw. Ausschusses des EU-Parlaments), Jörn Ehlers (Vorsitzender Niedersächsisches Landvolk) sowie Tobias Jondral (IHK Elbe-Weser / Referent Außenwirtschaft).

Eine Anmeldung ist per E-Mail erforderlich unter info@vwn-verden.de oder info@eu-kv-verden.de.

Auf Grund begrenzter Sitzplätze ist der Einlass nur mit vorheriger Anmeldung möglich!

04.05.2026
Praxisseminar: Chancen im Batteriespeicher-Markt nutzen

Landvolk und Landwirtschaftskammer laden am 4. Juni nach Verden ein

Batteriespeicher entwickeln sich rasant zu einem zentralen Baustein der Energiewende – und eröffnen landwirtschaftlichen Betrieben neue wirtschaftliche Perspektiven. Gleichzeitig stellt sich für viele Betriebe die Frage: Lohnt sich ein Einstieg? Welche Chancen gibt es konkret? Und wie lässt sich ein Projekt erfolgreich umsetzen? Antworten darauf liefert ein praxisnahes Seminar, das das Landvolk Niedersachsen gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und Landvolkdienste Niedersachsen am 4. Juni 2026 von 9.30 bis 16.30 Uhr im Niedersachsenhof in Verden anbietet.

Allein im vergangenen Jahr wurden in Deutschland Batteriespeicher mit einer Gesamtleistung von rund 3,7 Gigawatt und einer Kapazität von 7,255 Gigawattstunden neu installiert – ein deutlicher Hinweis auf die hohe Dynamik des Marktes. „Für landwirtschaftliche Betriebe entstehen daraus neue Geschäftsmodelle, sowohl als Vermieter von Flächen als auch als Investoren“, erklärt Silke Foget, die als Rechtsanwältin für Erneuerbare Energien, insbesondere die Bereiche Agri-PV, Batteriespeicher sowie Netzanschluss beim Landvolk Niedersachsen begleitet. Das Seminar richtet sich daher nicht nur gezielt an Betriebe, die landwirtschaftliche Flächen für Batteriespeicher zur Verfügung stellen und vermieten möchten, sondern auch an jene die selbst investieren und einen Speicher errichten und betreiben wollen. Ebenso sind Beraterinnen und Berater angesprochen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Theorie, sondern die konkrete Entscheidungsunterstützung für die Praxis.

Die Teilnehmenden erhalten einen kompakten Überblick über alle zentralen Erfolgsfaktoren von Batteriespeicherprojekten: Von der wirtschaftlichen Bewertung und Vermarktung über Netzanschluss und regulatorische Rahmenbedingungen (EEG/EnWG) bis hin zu Genehmigungsfragen und baurechtlichen Anforderungen. Ergänzt wird dies durch praxisrelevante Themen wie Vertragsgestaltung, Versicherungsfragen sowie Risikobewertung, zum Beispiel im Hinblick auf Brandschutz und Betriebssicherheit. Besonderen Mehrwert bieten auch konkrete Praxisbeispiele aus der landwirtschaftlichen Umsetzung. Dazu zählen Stand-Alone-Speicher in umgenutzten Betriebsgebäuden sowie die Kombination von Agri-Photovoltaik und Batteriespeichern (Co-Location). Damit erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer direkte Einblicke in bereits realisierte Projekte und deren wirtschaftliche wie technische Rahmenbedingungen. „Ziel ist es, den Teilnehmenden eine realistische Grundlage für Investitions- und Vermietungsentscheidungen zu geben“, heißt es seitens des Landvolks. Gerade angesichts dynamischer gesetzlicher Rahmenbedingungen und eines sich schnell entwickelnden Marktes sei fundiertes Wissen entscheidend für erfolgreiche Projekte.

Die Teilnahmegebühr beträgt 199 Euro brutto pro Person oder 149 Euro für Landvolk- Mitglieder und umfasst Tagungsunterlagen sowie Verpflegung. Anmeldungen sind bis zum 17. Mai 2026 HIER möglich.

30.04.2026
Landwirtschaft und Klimaschutz: Wie gelingt mehr Nachhaltigkeit?

NDR Info-Beitrag mit Landwirtin Rieke Ehlers aus Holtum-Geest

Landwirtin Rieke Ehlers aus unserem Verbandsgebiet spricht in dem NDR Info-Beitrag über regenerative Landwirtschaft und die Herausforderung, Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz unter einen Hut zu bekommen.

Hört rein: HIER

23.04.2026
Zukunftstag begeistert junge Besucher

Ein Blick hinter die Kulissen moderner Landwirtschaft

Wie sieht moderne Landwirtschaft heute aus und welche Perspektiven bietet sie für die Zukunft? Antworten auf diese Fragen erhielten auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Zukunftstags auf vielen engagierten landwirtschaftlichen Betrieben in der Region.

Während Schüler Bjarne seinen Tag bereits früh am Morgen auf dem Hudes Hof begann, sammelten die Schülerinnen Mientje, Lene und Juno auf dem Milchhof Reeßum vielfältige Eindrücke rund um die Milchviehhaltung. Alle konnten den Arbeitsalltag hautnah erleben und selbst mit anpacken: vom Füttern der Tiere über das Melken bis hin zur Aussaat und Einblicken in den Pflanzenbau. Dabei wurde deutlich, wie vielseitig, verantwortungsvoll und technologisch geprägt die Landwirtschaft heute ist.

„Wir möchten zeigen, wie abwechslungsreich und zukunftsorientiert die Landwirtschaft ist und junge Menschen dafür begeistern“, erklärte Betriebsleiter Jörn Ehlers. Auch Marina Lindhorst-Cordes vom Milchhof Reeßum betonte: „Der Zukunftstag ist eine tolle Gelegenheit, Transparenz zu schaffen und Interesse für die Landwirtschaft zu wecken.“

Besonders die Begegnung mit den Tieren blieb den Jugendlichen in Erinnerung: Bjarne war vor allem von der Arbeit im Stall begeistert, während Mientje, Lene und Juno die Nähe zu den Kühen und Kälbern beeindruckte. Gleichzeitig sorgte der Einsatz moderner Technik auf beiden Höfen für großes Interesse.

Auch der persönliche Bezug spielte eine Rolle: Bjarne interessierte sich schon zuvor für die Natur und landwirtschaftliche Betriebe, während Mientje berichtete, dass ihr Vater früher selbst auf einem Bauernhof gelebt habe, ein Grund für sie, den Zukunftstag auf einem Hof zu verbringen.

Wir möchten uns bei allen Betrieben bedanken, die ihre Hoftore zum Zukunftstag für Schülerinnen und Schüler öffnen, um jungen Menschen authentische Einblicke in die Landwirtschaft zu ermöglichen. Dieses Engagement ist von großer Bedeutung, denn es fördert das Verständnis für die Herkunft unserer Lebensmittel, stärkt die Verbindung zwischen Gesellschaft und Landwirtschaft und leistet einen wichtigen Beitrag zur Berufsorientierung.

22.04.2026
Online Seminar zum ANK-Förderprogramm Palu

Förderung der Wiedervernässung und nachhaltigen Nutzung von Moorböden

Das ANK-Förderprogramm Palu fördert deutschlandweit Projekte, die auf eine dauerhafte und weitgehende Wiedervernässung von land- und forstwirtschaftlich genutzten Moorböden abzielen. Gleichzeitig unterstützt es Nutzungsformen dieser Flächen unter erhöhten Wasserständen. Ziel ist es, einen dauerhaften und ökologisch nachhaltigen Beitrag zur Verringerung von Treibhausgasemissionen zu leisten und im Idealfall zusätzlich Kohlenstoff in Mooren zu speichern. Das Kompetenzzentrum Natürlicher Klimaschutz bietet ein Online-Seminar mit Informationen zur Förderung am 29.04.2026 von 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr. Samantha Faber und Anna Blomenkamp von der Landwirtschaftlichen Rentenbank stellen die Inhalte des Förderprogramms vor und beantworten Fragen der Teilnehmenden. HIER geht es zur Anmeldung.

22.04.2026
Opferraps im Praxistest

Bausteine für einen neuen Pflanzenschutz

Ein milder Frühlingstag, erste gelbe Blüten im Raps und viele Gespräche am Feldrand: Der Feldtag zum „Opferraps-Projekt“ in Langwedel-Daverden begann in angenehmer sachlicher Atmosphäre. Die Teilnehmenden, die Mitte April vor Ort waren, nutzten die Gelegenheit, um praxisnahe Einblicke und Erfahrungen direkt am Feld zu gewinnen.

Zwischen zwei Schlägen, klar gekennzeichnet durch Informationstafeln, stellten die Landwirte Schweder und Rudolf Lüdemann gemeinsam mit Imker Heinrich Kersten ihre Versuchsflächen vor. Zwei Varianten des sogenannten Opferrapses lagen direkt nebeneinander, ergänzt durch eine Referenzfläche. Ziel des Projekts ist es, den Einsatz von Insektiziden im Rapsanbau zu reduzieren, nicht theoretisch, sondern unter realen Bedingungen.

Ende 2024 hörte Kersten erstmals von der Idee, nahm Kontakt auf, organisierte eine Informationsveranstaltung. Als es um die konkrete Umsetzung ging, bot Schweder Lüdemann spontan Flächen für einen Versuch an. Im August 2025 wurde ausgesät, inklusive einer erweiterten Variante, die er zusätzlich entwickelte.

Mit der Aussaat begann ein Projekt, das schnell über die Region hinaus Aufmerksamkeit bekam. Fachleute aus verschiedenen Ländern verfolgten die Entwicklung u.a. beim INTERTEK-Webinar „Honey-Day 2025“, Diskussionen wurden geführt, Erfahrungen ausgetauscht. Dennoch blieb der Kern in Daverden bodenständig: Was passiert tatsächlich auf dem Acker? Die Antworten darauf fielen differenziert aus. „Der Raps ist gut geworden, die Beisaat nicht wie erhofft“, erklärte Lüdemann. Gesät wurde in Direktsaat, mit möglichst wenig Bodenbearbeitung, ein Ansatz, der Ressourcen schont, aber stark von Witterung und Standort abhängt. Der heiße Sommer 2025 erschwerte die Entwicklung der Begleitpflanzen, die eigentlich Nährstoffe im Boden binden sollten.

Ein zentrales Thema war der Rapsglanzkäfer. Mehrere Zählungen zeigten, wie dynamisch sich der Befall entwickeln kann. Während zunächst keine kritischen Werte erreicht wurden, stiegen die Zahlen mit Beginn der Blüte deutlich an. Auf einzelnen Pflanzen wurden über 40 Käfer gezählt. Schließlich entschied sich Lüdemann für einen gezielten Insektizideinsatz mit Ausnahme einer Nullparzelle.

Berater Heinrich Romundt ordnete die Situation ein: „Die Schadschwelle ist abhängig vom Entwicklungsstadium des Rapses. Je weiter die Blüte fortgeschritten sei, desto mehr Käfer könnten toleriert werden.“ Gleichzeitig verwies er auf regionale Unterschiede und wechselnde Befallsjahre. „Es gibt viele Parameter, die man berücksichtigen muss“, ergänzte auch Lidea-Beraterin Louisa Rohmeyer.

Genau hier setzt das Opferraps-Konzept an. Es soll ein zusätzlicher Baustein sein, kein Ersatz für alle bestehenden Maßnahmen. Ziel ist eine Pflanzenschutzstrategie, die mit weniger Insektiziden auskommt und gleichzeitig praktikabel bleibt. Für die Beteiligten ist klar, dass es dabei nicht um einfache Lösungen geht.

Warum dieser Aufwand? Für Romundt liegt die Antwort auf der Hand: „Viele Wirkstoffe verlieren an Wirksamkeit, Resistenzen nehmen zu.“ Der Bedarf an Alternativen wächst. Gleichzeitig betont Lüdemann, dass es ihm nicht um einen radikalen Verzicht auf Pflanzenschutzmittel geht. Im Gegenteil: Entscheidend sei das Zusammenspiel verschiedener Ansätze. Mechanische Beikrautregulierung und ein gezielter, verantwortungsbewusster Einsatz chemischer Mittel sollen sich sinnvoll ergänzen. An einem simplen Beispiel erläutert er, weshalb ein Schwarz-Weiß-Denken wenig hilfreich ist: „Um pfluglos arbeiten zu können, ist Glyphosat für uns ein wichtiger Baustein.“

Seine Strategie folgt keinem starren Konzept, sondern einem Baukastensystem. Viele kleine Maßnahmen greifen ineinander. Nicht jede funktioniert in jedem Jahr, aber gemeinsam können sie ein stabiles System ergeben. Eines, das nicht nur Ressourcen schont, sondern langfristig auch wirtschaftlich tragfähig bleibt.

So blieb am Ende des Feldtages vor allem ein Eindruck: Landwirtschaftliche Entwicklung verläuft selten geradlinig. Sie besteht aus Versuchen, Anpassungen und manchmal auch Korrekturen. Der Opferraps ist einer dieser Versuche.

Aktuelles aus dem Landesverband

09.04.2026
Agrarfinanztagung am 14. April in Frankfurt/M.: Schwerpunkt Tierhaltung
Öko-Landbau

(DBV) Die Agrarfinanztagung von DBV und Renten­bank findet kommende Woche, am 14. April, in Frankfurt/Main statt. Neben einer Keynote der „Wirtschaftsweisen“ (Prof. Grimm) stehen die Tierhaltung, Bioenergie, Agri-PV, Robotik und Geschäftsmodelle durch Kooperation im Fokus. DBV-Mitglieder nehmen vergünstigt teil.
Weitere Informationen und Anmeldung unter:
https://www.bauernverband.de/kalender-veranstaltungen/termin/agrarfinanztagung-2026

09.04.2026
Nur Kleinstgeschäfte mit Bio-Speisegetreide
Öko-Landbau

(DBV/AMI) Das Geschäft mit Bio-Getreide läuft im März sehr ruhig. Die Biofach im Februar hatte mehr Klarheit gebracht, welche Mengen noch zur Verfügung stehen – aber die Mühlen scheinen im Großen und Ganzen ganz gut eingedeckt. Immer wieder tauchen noch kleinere unverkaufte Partien bei den Landwirten auf. Die Partien werden nun in kleinen Mengen noch verkauft – das bleibt aber insgesamt ein mühsames Geschäft. Mit der Neuen Ernte halten sich alle noch zurück.

09.04.2026
Bio-Kartoffeln: Bio-Kartoffelmarkt gut versorgt
Öko-Landbau

(DBV/AMI) Das Angebot an vermarktungsfähiger und qualitativ einwandfreier Ware bleibt groß und übersteigt den Bedarf deutlich. Die Nachfrage ist saisonüblich und erhält durch vereinzelte Werbeaktionen Impulse. Begünstigt durch die milden Temperaturen nehmen die Frühjahrs­arbeiten auf den Ackerflächen zunehmend Fahrt auf. Im Südwesten wurden bereits erste Frühkartoffeln gepflanzt.

09.04.2026
Anhaltend begrenztes Angebot bei Bio-Rindern
Öko-Landbau

(DBV/AMI) Das Angebot an Bio-Rindern bleibt weiterhin knapp, auch wenn tendenziell im ersten Halb­jahr mehr Jungbullen geschlachtet werden. Zu­sätzlich birgt die seit dem letzten Jahr geltende Weidepflicht immer noch das Risiko, dass Betriebe, die bislang noch ökologisch zertifi­ziert gelten, bei anstehenden Kontrollen ihre Anerkennung verlieren und dem Bio-Markt ent­zogen werden. Dies könnte das Angebot weiter­hin verknappen.

09.04.2026
Bio-Milch: Rohstoffaufkommen trotz guter Nachfrage teilweise zu hoch
Öko-Landbau

(DBV/AMI) Trotz weiterhin guter Nachfrage ist das aktuelle Rohstoffaufkommen am Bio-Milchmarkt spür­bar gestiegen. Günstige Witterungsbedingun­gen verstärken die meist ohnehin höheren An­lieferungs­mengen im Frühjahr. Vor diesem Hin­tergrund bleibt der Markt sensibel, da bereits kleinere Verschiebungen spürbare Aus­wirkungen ent­falten können. Das Preisniveau 2025 von knapp 66 Ct/kg ist leicht gesunken.

08.04.2026
ASP in Sachsen erneut ausgebrochen
Schwein

Am 31. März 2026 wurde ASP bei einem tot aufgefundenen Wildschwein in den Königshainer Bergen nachgewiesen und durch das Friedrich‑Loeffler‑Institut (FLI) bestätigt. Derzeit wird noch geprüft, ob es sich um einen Neueintrag der Seuche handelt. Der Freistaat Sachsen galt seit dem 5. Februar 2026 offiziell als ASP‑frei, nachdem ein Jahr lang kein neuer Fall festgestellt worden war. Nach dem Fund hat das Landestierseuchenbekämpfungszentrum der Landesdirektion Sachsen seine Arbeit wieder aufgenommen und erste Sofortmaßnahmen eingeleitet. Eine Sperrzone II wurde mit einem Radius von etwa 10 km um den Fundort festgelegt und eine Pufferzone (Sperrzone I) schließt sich im Westen an den bestehenden Schutzkorridor entlang der Grenze zu Polen an und umschließt die Sperrzone II. Des Weiteren wurden Kadaversuchhundeteams sowie Drohnen eingesetzt, um eine intensive Suche nach weiterem Fallwild durchzuführen. Der Rückbau bestehender Zäune um den Fundort wurde ausgesetzt.

08.04.2026
Agrarfinanztagung: Schwerpunkt Tierhaltung
Schwein

Die diesjährige Agrarfinanztagung von DBV und Rentenbank am 14. April 2026 in Frankfurt am Main beleuchtet die Auswirkungen aktueller wirtschaftlicher und agrarpolitischer Entwicklungen auf die Finanzierung landwirtschaftlicher Betriebe. Expertinnen und Experten diskutieren, welche konjunkturellen, politischen und gesellschaftlichen Impulse die Branche prägen und wie die Unternehmen darauf reagieren können. „Die gesamte Landwirtschaft – und besonders die Tierhaltung – ist auf verlässliche Investitionen angewiesen, um ihre wesentliche Rolle in unserer Volkswirtschaft dauerhaft erfüllen zu können“, betont DBV-Generalsekretärin Stefanie Sabet. Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie hier.